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Altstadtrundgang

Historischer Spaziergang durch Alt-Dietzenbach

Altstadt-Rundgang
Altstadt-Rundgang
Altstadt-Rundgang

Im Jahre 2002 wurde nach fast vier Jahrzehnten die Sanierungsmaßnahme „Alter Ortskern Dietzenbach“ offiziell abgeschlossen.

Sicher ist im Zuge der sogenannten ”Flächensanierung” Ende der sechziger/Anfang der siebziger Jahre viel an historischer Bausubstanz verloren gegangen, aber es ist nicht zuletzt dem 1977 gebildeten Aktionskreis ”Rettet das Dorf in der Stadt” zu verdanken, dass gerade noch rechtzeitig ein Umdenken und eine Abkehr von der Flächensanierung hin zur Objektsanierung erfolgte und daher heute doch noch zahlreiche Fachwerkhäuser und Hofreiten erhalten sind, die von ihren Besitzern liebevoll restauriert wurden.
 
Allerdings bedeutet „Ortskernsanierung“ nicht nur die Bewahrung oder Wiederherstellung der alten Bausubstanz. Vielmehr mussten zahlreiche nicht erhaltenswerte Gebäude ersetzt und große Baulücken durch Neubauten geschlossen werden, die sich harmonisch und maßstabsgerecht in das ortstypische Altstadtbild einfügen sollen, ohne historisierend zu wirken. Der Maßstab wurde durch die noch bestehenden fränkischen Höfe gebildet, wobei sowohl die Stellung der Gebäude zur öffentlichen Erschließungsfläche gemäß der ursprünglichen Bebauung beibehalten werden sollte als auch Firstrichtung und Dachneigung. Die Bebauung darf drei Vollstockwerke nicht überschreiten, die Regel sollte jedoch eine zweigeschossige Bebauung sein.
 
Als offizieller Start der Sanierungsmaßnahme „Alter Ortskern Dietzenbach“ kann der einstimmige Beschluss der Gemeindevertretung zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das Sanierungsgebiet am 25. Mai 1966 gelten. Im Zuge der so genannten „Flächensanierung“ wurden in den Folgejahren von der Gemeinde in großem Maßstab Liegenschaften im Alten Ortskern aufgekauft, die Gebäude abgerissen und Neubauten errichtet. Nur wenige alte Gebäude stufte man als erhaltenswert ein.
 
1976/77 erfolgte dann eine Neuorientierung hinsichtlich der Altstadtsanierung:
Im März 1977 wurde die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH zum treuhänderischen Sanierungsträger bestellt, 1978 wurden die bislang geltenden Bebauungspläne für den alten Ortskern aufgehoben und das renommierte Darmstädter Büro StadtBauPlan mit der Aufstellung eines Sanierungsrahmenplans beauftragt, der als ”Städtebaulicher Rahmenplan Alte Ortsmitte Dietzenbach” im Februar 1979 von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt wurde und seither als Planungsgrundlage diente. Weiterhin hatte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung vom 6. November 1979 eine Gestaltungssatzung für große Teile der Altstadt erlassen, die auch nach dem offiziellen Abschluss der Sanierungsmaßnahme im Jahre 2002 weiterhin Gültigkeit besitzt.
 
Unter Denkmalschutz stehen heute neben der evangelischen Kirche mit dem Pfarrhaus eine ganze Reihe von Fachwerkhäusern und Hofreiten sowie der alte Bahnhof aus dem Jahre 1898, der jedoch außerhalb des alten Ortskerns liegt.
 
Seit dem Sommer 2000 weisen zwölf Hinweistafeln aus Plexiglas auf bedeutende historische Gebäude hin, von denen einige allerdings schon in früheren Jahrhunderten aus dem Ortsbild verschwunden sind. 

Start beim Museum für Heimatkunde und Geschichte (1)

Heimatmuseum - Stadtbücherei
Im Neubau des Museums für Heimatkunde und Geschichte ist auch die Stadtbücherei untergebracht
Stadtbücherei
Ein kleiner historischer Spaziergang durch die Altstadt soll das Interesse an Dietzenbachs Vergangenheit wecken und den Blick schärfen für die vielen idyllischen Ecken und reizvollen Details. Der Rundgang beginnt beim Heimatmuseum (Museum für Heimatkunde und Geschichte) in der Darmstädter Straße, führt über die Borngasse durch ein kleines Tor auf den Kirchhof, dann weiter durch die Schäfergasse, über den ”Roten Platz” und die Hammannsgasse zurück zum ”Alten Rathaus” als Zielpunkt.
 
”Herzstück” des Heimatmuseums (1) in der Darmstädter Straße 9+11 ist das im Jahre 1765 erbaute, denkmalgeschützte Fachwerkhaus, das 1975 dem Dietzenbacher Heimatverein für sein Museum zur Verfügung gestellt wurde. Das Heimatmuseum wurde am 25. September 1976 eröffnet und seither erheblich erweitert (ehemaliger Verwaltungspavillon 1977 und 1987, Ausstellungshalle 1984) auf eine Ausstellungsfläche von insgesamt 500 Quadratmeter.
 
Da auch diese Raumreserven bald ausgeschöpft waren und der Verwaltungspavillon sich zudem in einem schlechten baulichen Zustand befand, wurde 1993 ein Planungskonzept zur Schaffung neuer Räumlichkeiten erstellt und 1996 in modifizierter Form beschlossen. Das Ergebnis ist das im neuen Glanz stehende Fachwerkhaus das durchgreifend modernisiert und instandgesetzt worden ist und der hellblaue Museumsneubau, in dem seit Februar 2000 auch die Stadtbücherei untergebracht ist. Zum Hessentag wurde im Erdgeschoss die Dauerausstellung mit den Schwerpunktthemen ”Geschichte Dietzenbachs” und ”alte Handwerksberufe” fertig gestellt.
 
Zum Hessentag spendierte der Lions Club Dietzenbach das Dietzenbacher „Deiwelche“, das der Frankfurter Künstler Joachim Kreutz aus Bronze erschaffen hatte und das vor dem Heimatmuseum seine Ehrenplatz erhielt.
 
Im Jahre 2007 wurde das Museums-Areal durch das Fachwerkhaus Darmstädter Str. 9 „arrondiert“ (früher als „Ausländertreffpunkt“ genutzt). Seit November 2007 ist im Heimatmuseum auch das Stadtarchiv untergebracht. 

”Alte Schule” und Borngasse (2-7)

Alte Schule - Polizeistation
In der "Alten Schule" ist heute eine Polizeistation untergebracht
Alte Schule - Polizeistation
Die ovale Form des mittelalterlichen Ortskerns ist noch am heutigen Stadtgrundriss deutlich ablesbar. Die Darmstädter Straße (2), die ”gerade Gasse”, durchschnitt den Ort in seiner Längsachse und führte durch die ”Unterpforte” im Norden und durch die ”Oberpforte” im Süden nach draußen, im Osten bildete die ”mittlere Pforte” - über die heutige Bahnhofstraße - den Zugang zum Dorf. Vor den eigentlichen Toren befand sich jeweils ein Falltor. Die ”Unterpforte” und die ”mittlere Pforte” wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen, die Oberpforte fiel im folgenden Jahrhundert.
 
Die ”Alte Schule” (3), Darmstädter Straße 33, wurde im Jahre 1878 in Betrieb genommen und war bis 1906 die einzige Schule im Ort. Seit Ende der 60er Jahre war in dem alten Schulgebäude die Helen-Keller-Schule (Sonderschule für Lernbehinderte) provisorisch untergebracht, von Oktober 1981 bis Sommer 1994 dann die Volkhochschule. Nachdem im Keller einige Jahre lang ein Weinlokal betrieben wurde, zog hier im September 1993 das Jugendcafé ”Club 33” ein. 1995/96 von Grund auf restauriert und umgebaut, ist die ”Alte Schule” seit 1. März 1996 Domizil der Polizeistation.
 
Direkt hinter der ”Alten Schule” in der Borngasse stand die Zehntscheuer (4) aus dem Jahre 1766, in der die Dietzenbacher früher ihre herrschaftlichen Abgaben entrichten mussten. Im Zuge der Sanierungsmaßnahme wurde sie im Frühjahr 1973 wegen Baufälligkeit abgerissen. Für den Wiederaufbau - man wollte hier ursprünglich das Heimatmuseum unterbringen - sollten die wiederverwendbaren Balken durchnumeriert und im städtischen Bauhof eingelagert werden. Sie fanden sich jedoch schließlich als Reste eines Lagerfeuers in der Willersinnschen Grube wieder.
 
Im Hause Borngasse 5 (5) verbrachte der Lehrer Philipp Wolf seine Kindheit. Obwohl er von 1922 bis 1944 Lehrer in Neu-Isenburg war, blieb er seinem Geburtsort zeitlebens eng verbunden und veröffentlichte als Heimatforscher eine Vielzahl orts- und familiengeschichtlicher Beiträge, die bis heute eine unersetzliche Quelle für die Dietzenbacher Geschichtsforschung sind. Das Anwesen wurde 1986/87 mit der Unterstützung von Städtebaufördermitteln komplett neu ausgebaut.
 
Das unter Denkmalschutz stehende Haus Borngasse 19 (6) weist im Fachwerkgefüge des Obergeschosses ein in der Gegend eher unübliches ”Fischgrätmuster” auf. Auch dieses Gebäude konnte mit Hilfe von Fördermitteln durchgreifend saniert werden.
 
Der Trinkborn (Hainborn) (7) in der Borngasse ist der wohl älteste Siedlungskern Dietzenbachs. Jahrhundertelang war er nicht nur eine der wichtigsten Wasserentnahmestellen, sondern auch ein beliebter Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts dürfte er eine Sandsteinumfassung erhalten haben.
 
Im Jahre 1957 wurde der gemauerte Brunnen, dessen Quelle mittlerweile versiegt war, bei Straßenbauarbeiten zugeschüttet. 1967 wurde an dieser Stelle nach den Entwürfen des Dietzenbacher Künstlers Hans Schmandt ein Gedenkbrunnen errichtet, dem jedoch nur eine kurze Lebensdauer beschieden war. Im Sommer 1978 begann man im Zuge der Sanierungsmaßnahme, die Reste der alten Trinkbornanlage freizulegen und sie in ihrer ursprünglichen Form wieder aufzubauen. Im Herbst 1980 wurde die Trinkbornanlage fertiggestellt, und seit 1985 wird in den Gassen Alt-Dietzenbachs jeden Sommer das ”Trinkborn-Fest” gefeiert.
 
Neben dem Trinkborn stand Dietzenbachs erstes Schulgebäude. Es wurde im Jahre 1877 abgerissen, und auf den Grundmauern errichtete man anschließend das Lehrerwohnhaus, das jedoch der Ortskernsanierung zum Opfer fiel. 

„Herrenhofanlage“ (8) in der Brunnengasse

Die Wohnanlage
Auf dem Grundstück des ehemaligen "Herrenhofs" wurde 1982/83 eine moderne Wohnanlage errichtet
Die Wohnanlage "Herrenhof"
Beim Abstecher zur Brunnengasse können wir rechter Hand eine Wohnanlage erkennen, die 1982/83 auf dem Grundstück des ehemaligen „Herrenhofs“ (8) errichtet worden ist und daher ihren Namen erhalten hat. Die Architektur ist dem Altstadtbild angepasst, ohne historisierend wirken zu wollen. Sie weist einen einladenden und stark begrünten Innenhofbereich auf und sie zeichnet sich durch einen hohen Wohnwert aus.

 Die evangelische Christuskirche (9) und Pfarrhaus

Ev. Christuskirche
Die Barockkirche wurde im Jahre 1754 geweiht
Ev. Christuskirche
Die evangelische Christuskirche (9) in ihrer heutigen Form wurde 1753/54 errichtet. Dank der in den Jahren 1969/70 durchgeführten umfangreichen Restaurierungsarbeiten wissen wir aber, dass an diesem Standort mehrere Vorgängerkirchen gestanden haben.
Das – wahrscheinlich schon in karolingischer Zeit erbaute – erste Dietzenbacher Gotteshaus war dem heiligen St. Martin geweiht. Neben dem einschiffigen, ziemlich schmalen romanischen Kirchenbau wurde im Spätmittelalter (nach 1400) an der Ostseite ein freistehender gotischer Turm errichtet, der auch als Wehrturm diente. Während des Dreißigjährigen Krieges (im Winter 1634/35) wurde ein Großteil des Dorfes und dabei auch die Kirche von den Schweden niedergebrannt.
 
Die Christuskirche wurde am 27. Oktober 1754 eingeweiht, seither wird in Dietzenbach jedes Jahr Kirchweih (Kerb) gefeiert.
(Faustregel für die Terminierung: Fällt der 27. Oktober auf einen Sonntag, wird an diesem Wochenende Kerb gefeiert. Fällt der 27. Oktober auf einen Wochentag, dann ist erst am darauf folgenden Wochenende die Kerb)
 
Das Pfarrhaus, ein massives Steinhaus mit sog. Krüppelwalmdach, wurde 1808/09 errichtet und steht heute ebenfalls unter Denkmalschutz. Das Gemeindehaus stammt aus dem Jahre 1932; hier wurde damals Dietzenbachs erster Kindergarten eingerichtet. Das stattliche Wohngebäude in der Pfarrgasse 8 mit nahezu vollständig erhaltenem Fachwerkgefüge wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert erbaut.
 
Jahrhundertelang beerdigten die Dietzenbacher ihre Toten auf dem Kirchhof, wovon noch einige Grabplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeugen, die in die Mauer des ehemaligen Wehrkirchhofes eingelassen sind. Im Jahre 1825 wurde der Friedhof an seinen heutigen Standort an der Offenthaler Straße ausgelagert.

 
Schäfergasse und Schäfereck (10/11)

In der Darmstädter Straße
Sanierte Fachwerkhäuser und moderne Neubauten ergeben ein harmonisches Altstadtgefüge
In der Darmstädter Straße

Große Bereiche der Schäfergasse (10) stehen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Hier ist das dörfliche Straßenbild innerhalb des alten Ortskerns noch am besten erhalten, und die Grundstücke weisen großenteils noch die frühere Aufteilung der Hofreiten auf. Die giebelständigen zweigeschossigen Fachwerkhäuser nehmen an der Straßenfront etwa die halbe Grundstücksbreite ein, mit dazwischen liegenden Hoftoren. Am Ende der Hofparzellen wurden quer über die gesamte Grundstücksbreite die Scheunen und Stallungen errichtet, so dass sie ursprünglich nach Osten hin einen geschlossenen Ortsrand bildeten.
 
Die ältesten noch erhaltenen Gebäude (11) stehen im Stichweg Schäfereck (Darmstädter Straße 36 – 44). Wie neuere ”dendrochronologische” Untersuchungen der Holzbalken ergeben haben, stammen die Kernbauten dieser Häuser aus den Jahren 1662 bis 1667.
 
Ein Teil der Häusergruppe musste wegen der schlechten Bausubstanz niedergelegt werden. Der übrige Teil konnte nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten gerettet werden. Die alte Bausubstanz konnte gemeinsam mit der zur heutigen Weinstube ausgebauten früheren „Eisdortel“, Schäfereck in eine Gruppe von neuen Stadthäusern mit Tiefgarage integriert werden. So ergeben sich immer wieder Verbindungen Alt zu Neu.
(Das Schäfereck war das erste jüdische Wohnhaus in Dietzenbach, daher früher auch „Judeneck“ genannt)
 
Um 1740 wurde der alte Ortskern durchbrochen und auch außerhalb des Wallgrabens gebaut. Zu den ältesten Dietzenbacher Gebäuden zählt das liebevoll restaurierte Fachwerkhaus „Wolf’sches Haus“ (12) in der Bahnhofstraße 15, das im Jahre 1739 erbaut wurde und schon jenseits der ursprünglichen Befestigungsanlagen steht.


”Roter Platz” und Babenhäuser Straße (13/14)

Am Stadtbrunnen
Die Brunnenanlage wurde von dem Dietzenbacher Künstler Hans Schmandt entworfen
Am Stadtbrunnen

Im Bereich zwischen Schmidtstraße, Bahnhofstraße und Darmstädter Straße ist sämtliche alte Bausubstanz der Flächensanierung Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre zum Opfer gefallen. Der mit roten Backsteinziegeln gepflasterte Platz ”Am Stadtbrunnen” entstand Mitte der 70er Jahre und wurde in Anspielung auf das politisch traditionell ”rote” Dietzenbach von der Bevölkerung ”Roter Platz” (13) getauft. Der nach den Entwürfen des Künstlers Hans Schmandt gestaltete Stadtbrunnen mit den drei Findlingen wurde 1977 errichtet.
 
Der Bereich um den „Roten Platz“ und entlang der Babenhäuser Straße hatte wie im gesamten Altstadtbereich bis Ende der 60iger Jahre vor allem Wohnfunktion, und die rückwärtigen Teile der Grundstücke wiesen eine große Menge von minder genutzten Nebengebäude (Schuppen, Scheune u. s. w.) auf, die heute allesamt verschwunden sind.
 
In der Babenhäuser Straße (vom „Roten Platz“ bzw. gegenüber dem „Ärztehaus“ in Richtung Kreuzung Bahnhofstraße) lässt sich die Entwicklung von der Flächensanierung (14) mit der Errichtung von großflächigen, eher unmaßstäblichen Gebäuden hin zu einer Objektsanierung mit einer Neubebauung, deren Gesamtgestaltung sich kleinflächiger, stärker gegliedert in die Umgebung und in den Straßeneinzug einfügt, nachverfolgen. 


”Altes Rathaus” (15)

Altes Rathaus
Das "Alte Rathaus" wird heute von den Vereinen genutzt
Altes Rathaus

Zielpunkt des Spaziergangs ist Dietzenbachs drittes Rathaus, das „Alte Rathaus“ (15), Frankfurter Straße 1, das Ende 1895 fertiggestellt wurde. Das zweite Rathaus, erbaut 1813-1815, hatte bereits im Jahre 1892 ausgedient und musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden. In einem Anbau des neu errichteten Rathauses waren auch ein Raum für den Nachtwächter und zwei Arrestzellen untergebracht. Direkt daneben befand sich damals das 1890 errichtete Spritzenhaus der im Jahre 1876 gegründeten freiwilligen Feuerwehr Dietzenbach.
Als Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts im Dorf mit der Verlegung des Wasserleitungsnetzes begonnen wurde, richtete man 1928 im Rathauskeller ein öffentliches Gemeindebad mit Wannenbädern sowie Gruppen- und Einzelduschen ein. Diese Einrichtung wurde erst Mitte der siebziger Jahre geschlossen.
 
Im Jahre 1976 hatte das Rathaus als Verwaltungsgebäude ausgedient, nachdem schon in den Vorjahren eine ganze Reihe von Ämtern ausquartiert werden musste.
Anschließend stand es vielen Dietzenbacher Vereinen als Domizil zur Verfügung, bis hier für einige Jahre (1991 bis 1996) ein Polizeiposten untergebracht wurde. Im Jahr 2013 hat die Stadt das Gebäude verkauft.


Außerhalb des Sanierungsgebietes, in der Rathenaustraße 16, liegt das Feuerwehrmuseum, das im September 1981 in der ehemaligen Feuerwache (erbaut 1935) eröffnet wurde. Neben Feuerwehrfahrzeugen und Großgeräten verfügt das Museum über umfangreiche Sammlungen mit Uniformen, Ausrüstungsgegenständen, Urkunden, Fotos, Plakaten, Literatur usw., die die Entwicklung des Feuerlöschwesens von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Zeit dokumentieren.
Im Zuge von Restaurierungsarbeiten musste der Turm des Feuerwehrhauses (Schlauchturm) im Sommer 1999 wegen Baufälligkeit abgerissen werden – im Jahre 2002 erfolgte der Neubau. 

„Stolpersteine“
 
In Gedenken an 20 jüdische Mitbürger, die Dietzenbach nach 1933 während der Nazi-Herrschaft verlassen hatten sowie an zwei „Euthanasie“-Opfer hat der Kölner Künstler Gunter Demnig im Jahre 2006 in der Altstadt vor deren früheren Wohnhäuser auf den Bürgersteigen die ersten 11 von insgesamt 22 so genannten „Stolpersteinen“ verlegt. Die restlichen 11 sollen zu einem späteren Zeitpunkt verlegt werden. Für die fünf jüdischen Familien in Bahnhofstraße 13 und 71, Darmstädter Straße 43, Schäfereck 5 und Schmidtstraße vor dem „Ideenhaus“, für die „Euthanasie“-Opfer an der Ecke Babenhäuser Straße/Dr.-Heumann-Weg sowie Darmstädter Straße in Höhe Haus-Nr. 65.
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