»Volles Haus« beim Infoabend zur Wärmewende
Dietzenbacher zeigen großes Interesse an der kommunalen Wärmeplanung
Ein starkes Zeichen für die Bedeutung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung: Rund einhundert Bürgerinnen und Bürger folgten am 11. November 2025 der Einladung der Kreisstadt Dietzenbach zum Infoabend über die kommunale Wärmeplanung im Capitol Dietzenbach. Aufgrund des großen Andrangs mussten kurzfristig zusätzliche Sitzplätze bereitgestellt werden.
Wie der Zufall es wollte, wurde Dietzenbach am Abend des 11. November auch in zahlreichen Nachrichtenmedien, darunter ARD, ZDF und Hessenschau, genannt – mit der Ankündigung der Ansiedlung eines Google-Rechenzentrums in der Kreisstadt. Darin betonte Google-Deutschlandchef Philipp Justus: „Wir werden bis zu 2.000 Haushalte in der Region mit Wärmewasser und Wärme zum Heizen anschließen können mit dieser Rechenzentrumsinfrastruktur“ – ein Zitat, das René Bacher, Dietzenbachs Erster Stadtrat, gleich in seine Begrüßung im Dietzenbacher Capitol aufnahm. Er hob die Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung für die künftige Energie- und Klimastrategie der Stadt hervor. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist die nachhaltige und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung in Deutschland – und damit auch in Dietzenbach – bis spätestens 2045.
Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse
Anne Jüttner, Prokuristin des Beratungsbüros EnergyEffizienz GmbH, das gemeinsam mit der Kreisstadt die Kommunale Wärmeplanung für Dietzenbach erarbeitet, präsentierte an diesem Abend die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse. Diese bilden die zentrale Grundlage für die weitere Ausgestaltung der kommunalen Wärmeplanung. Die Expertin erläuterte, wie sich der aktuelle Wärmebedarf in Dietzenbach darstellt. Dabei ist auffällig, dass vorwiegend mit Gas und Öl geheizt wird und fast die Hälfte aller Heizungsanlagen bereits veraltet ist. Jüttner betonte aber auch, dass kein akuter Handlungszwang für die Bürgerinnen und Bürger besteht, die aktuelle Heizungsanlage auszutauschen, solange man sie reparieren kann: „Wenn ihre Heizungsanlage läuft, dann können sie diese weiterhin betreiben“, so Jüttner.
Anschließend wurden die möglichen Potenziale zur Wärme- und Stromgewinnung in Dietzenbach erläutert. Es wurde aufgezeigt, welche Wärmequellen künftig genutzt werden können und welche räumlichen Entwicklungspotenziale bestehen. Dabei wurde anschaulich die Funktionsweise der Wärmepumpe dargestellt und welche Wärmequellen durch diese Technologie genutzt werden können. Dabei ging die Referentin auch auf das große Potenzial der industriellen Abwärme ein, die unter anderem durch den Betrieb von Rechenzentren entsteht. Diese Wärme kann man nutzen, indem sie mittels Wärmepumpe hochheizt und dann in ein Wärmenetz eingespeist wird, das die Wärme in die Haushalte transportiert.
Abschließend gab Susann Mende, Klimaschutzmanagerin der Kreisstadt und federführend bei der Kommunalen Wärmeplanung in Dietzenbach, einen Ausblick zum weiteren zeitlichen Ablauf der Wärmeplanung, die bis Mitte 2026 abgeschlossen sein soll.
Impulse und Beratung
Im Anschluss folgte ein Impulsvortrag von Helge Meyer, Energieberater beim Planungsbüro Raumgefühl, zur energetischen Gebäudesanierung. Unter dem Motto „Die günstigste Energie ist die, die wir gar nicht erst brauchen“ veranschaulichte Meyer anhand von „typischen“ Gebäudetypen, die in Dietzenbach vorwiegend das Stadtbild prägen, die „Schwachstellen“ der Gebäude und erläuterte die Handlungsmöglichkeiten.
Parallel zu den Vorträgen hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich an mehreren Infoständen individuell beraten zu lassen. Vertreten waren die Stadtwerke Dietzenbach, die für Fragen zur aktuellen und zukünftigen Fernwärmeversorgung zur Verfügung standen, der Energiepunkt Frankfurt e. V. mit Informationen rund um das Thema Wärmepumpe sowie die Verbraucherzentrale Hessen mit Informationsmaterial unter anderem zu Fördermitteln für die energetische Haussanierung. Für weiterführende Fragen zum Thema Wärmeplanung stand das Klimaschutzmanagement der Kreisstadt Dietzenbach gemeinsam mit dem Beratungsbüro EnergyEffizienz GmbH bereit.
Die Kreisstadt Dietzenbach bedankt sich bei allen Teilnehmenden sowie den beteiligten Organisationen für den konstruktiven Austausch und die erfolgreiche Veranstaltung. Die große Resonanz zeigt, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern eine nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung ist.
Weitere Informationsangebote und Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung werden in den kommenden Monaten folgen und auf der städtischen Homepage zu finden sein. Dort wird Ende November auch der Zwischenbericht zur Bestands- und Potentialanalyse zur Einsicht für alle Bürger verlinkt sein, der bis Ende 2025 kommentiert werden kann. www.dietzenbach.de/waermeplanung