Chancen für Vielfalt in der Kita
Tagung für pädagogische Fachkräfte mit Fokus auf Inklusion
Die Kreisstadt Dietzenbach ist die kinderreichste Stadt in Hessen und nimmt sich tatkräftig, qualitativ hochwertig und innovativ der damit einhergehenden Aufgaben an. Dazu gehört auch die zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Ausrichtung der insgesamt zwölf städtischen Kindertagesstätten mit ihren Leitungskräften und rund 200 pädagogischen Fachkräften.
So hat am 20. April 2026 zum dritten Mal der pädagogische Fachtag der Kreisstadt Dietzenbach stattgefunden – initiiert und organisiert über den Fachbereich Soziale Dienste. Dessen Abteilung Kindertagesstätten wird seit dem vergangenen Jahr geleitet von Karin Fiedel, als pädagogische Fachberaterin ist seit Januar 2026 Sandra Schug tätig.
In diesem Jahr folgen rund 180 Teilnehmende aus den städtischen Kitas der Einladung zum Vortrags- und Workshop-Programm ins Capitol Dietzenbach. Die Tagesveranstaltung stand unter dem großen Thema Inklusion samt dem Motto: „Vielfalt als Chance? Chancen für Vielfalt – Inklusion in der Kita“. Karin Fiedel erläutert: „Inklusion heißt, alle Kinder und ihre Familien in ihrer Vielfalt zu stärken und anzunehmen. Gerade wenn sich zeigt, dass ein Kind sich anders entwickelt als erwartet: Solche Prozesse rufen bei allen Beteiligten unterschiedlichste Gefühle hervor – von Unsicherheit, Ablehnung, Wut, Unverständnis, Unsicherheit bis hin zu Neugier und Empathie.“
Das Thema Inklusion beschäftigt Fachkräfte in Kindertagesstätten immer mehr. Dabei gehe es um weit mehr als körperliche Behinderung, so Fiedel, sondern um alle Kinder und ihre Familien – sei es Kinder mit herausforderndem Verhalten und die damit einhergehenden Herausforderungen für Familien und Fachkräfte. Gleichwohl gilt es, diese zwei Ebenen nicht zu verquicken, erklärt Fiedel: „Kinder sind nicht verantwortlich für die Unsicherheit und Überforderung der Erwachsenen. Am Fachtag wollen wir gemeinsam herausfinden, wie Kinder und Familien in solchen Übergängen oder außergewöhnlichen Lebensumständen einfühlsam begleitet werden können und wie eine Kita-Kultur entsteht, in der starke Emotionen ihren Platz haben.“
René Bacher, Erster Stadtrat und Sozialdezernent der Kreisstadt Dietzenbach, hebt die Bedeutung der Veranstaltung hervor: „Unsere pädagogischen Fachkräfte leisten tagtäglich eine enorm verantwortungsvolle und anspruchsvolle Arbeit. Der Fachtag bietet ihnen Raum, innezuhalten, sich fachlich weiterzuentwickeln und neue Impulse für den Kita-Alltag mitzunehmen. Gerade beim Thema Inklusion ist es entscheidend, dass wir unsere Mitarbeitenden stärken, ihnen Sicherheit geben und den gemeinsamen fachlichen Austausch fördern. Dieses Engagement ist eine wichtige Investition in die Qualität unserer Kindertagesstätten und damit in die Zukunft unserer Stadt.“
Neben theoretischem Input bot der Fachtag auch in diesem Jahr wieder praxisnahe Workshops, die konkrete Ideen und Arbeitshilfen gaben, um Inklusion im Kita-Alltag konstruktiv zu gestalten.
Vortrag zur Chancenvielfalt und Workshops
Gestartet ist der diesjährige Fachtag durch eine Begrüßung der Abteilungsleiterin Karin Fiedel und einen Impuls zum Thema Inklusion durch den Ersten Stadtrat René Bacher. Im Anschluss folgte ein Vortrag von Kathleen Nube-Abd Elhafiz, Heil-, Moto- und Sozialpädagogin, die systemische Beratung und Therapie anbietet. Ihr Thema „Vielfalt als Chance? Chancen für Vielfalt“ – auch das Leitthema der Veranstaltung – sorgte in der anschließenden Pause für einen guten Austausch der Teilnehmenden.
Danach ging es in kleinen Gruppen in die insgesamt zwölf Workshops, geleitet von externen Expertinnen und Experten für das jeweilige Thema. Sie alle liefen unter dem Motto, Inklusion aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und zu diskutieren. Von Themen wie „Morgens aufstehen mit Sinn: Warum ich stolz bin, integrativ zu arbeiten“ und „Wenn Kinder weglaufen – und wie wir ihnen Halt geben“ über „Zusammenarbeit mit wenig bis nichtdeutschsprechenden Eltern“, „Herausfordernde Verhaltensweisen von Kindern“ oder „Ein Kind in Wut ist in Not – Sichere Begleitung durch starke Gefühle“ bis hin zu „Sprachauffälligkeiten“ oder „Gebärden als Brücke zur Sprache“ gab es auch „Praktische Übungen zwischen Selbstbestimmung und Unterstützungsbedarf“ oder Einblicke in die Anwendung von „Marte Meo im U3-Bereich“. Alle Workshop-Angebote sorgten für eine bunte Vielfalt und großes Interesse bei den Teilnehmenden.
„Dieser vielfältige Mix aus Perspektiven, und die Expertinnen und Experten machen dieses Format so besonders“, sagt Karin Fiedel. Die Organisatorin ist sehr zufrieden mit dem dritten Pädagogischen Fachtag in Dietzenbach: „Es war ein intensiver Tag, mit ganz vielen tollen Impulsen und Gesprächen. Ich bin sicher, dass unsere Teams dies gewinnbringend in ihre Kita-Arbeit einbringen werden.“