Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner
Städtische Betriebe rüsten sich für die Saison
Er ist klein, behaart und kann uns auch in diesem Jahr wieder das Leben schwer machen: der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea). Begünstigt durch den Klimawandel breitet sich der ursprünglich im Süden heimische Falter immer weiter nach Norden aus. In Dietzenbach gehen die Städtischen Betriebe daher bereits seit 2006 systematisch gegen den Schädling vor. Die Gefahr geht dabei von den feinen Brennhärchen der Raupen aus: Bei Hautkontakt können diese juckende Ausschläge und schwere allergische Reaktionen – insbesondere der Atemwege – auslösen.
Prävention statt Akutbekämpfung
Da natürliche Fressfeinde wie der Kuckuck oder der Laufkäfer das Problem allein nicht bewältigen können, helfen die Städtischen Betriebe jährlich nach. „Im Mai besprühen wir präventiv gefährdete Eichen auf öffentlichen Flächen im gesamten Stadtgebiet“, erklärt Stefan Rogge, Bereichsleiter der Grünflächenbewirtschaftung.
Zum Einsatz kommt ein biologisches Mittel, das sich auch im Acker-, Obst- und Weinbau bewährt hat. Sobald die Raupen den Wirkstoff aufnehmen, tritt ein sogenannter Fraßstopp ein, der die weitere Entwicklung stoppt. „Das Mittel ist ungiftig und für andere Insekten wie Bienen völlig unbedenklich“, betont Rogge. Unterstützt werden die Städtischen Betriebe dabei von einer Fachfirma mit Spezialmaschinen. „Diese Methode hat sich in den Vorjahren als sehr effektiv erwiesen und den Befall im letzten Sommer nahezu vollständig verhindert.“ Das Vorgehen ist zudem nicht nur sicherer, sondern auch deutlich kostengünstiger als das spätere Absaugen ausgewachsener Nester.
Empfehlungen der Unfallkasse Hessen
Für Menschen, die sich viel in der Natur bewegen, gibt es hilfreiche Empfehlungen, unter anderem von der Unfallkasse Hessen: Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer sollten befallene Gebiete grundsätzlich meiden. Es sei wichtig, die Raupen oder ihre Gespinste keinesfalls zu berühren. Es sei ratsam, empfindliche Hautbereiche wie Nacken, Hals und Unterarme zu bedecken. Falls doch ein Kontakt mit den Raupenhaaren stattgefunden hat, sollte die Kleidung sofort gewechselt, der Körper gründlich gereinigt und die Haare gewaschen werden.
Verwechslungsgefahr: Die harmlose Gespinstmotte
Wichtig ist die Unterscheidung zum derzeit ebenfalls aktiven Auftreten der Gespinstmotte. Diese überzieht Büsche und Bäume oft mit kurios wirkenden, großflächigen Schleiernetzen. „Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner ist die Gespinstmotte für den Menschen absolut harmlos“, beruhigt Rogge. Das einfachste Unterscheidungsmerkmal: Die Raupen der Gespinstmotte haben keine Haare. Zwar fressen sie Pflanzen oft völlig kahl, doch diese erholen sich schnell wieder und treiben neu aus. Etwa ab Mitte Juni verpuppt sich die Motte und fliegt wenig später als Falter davon. Eine Entfernung der Gespinste ist hier nicht notwendig.