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Pressemitteilungen






Kulturförderpreis 2019

geht an den Heimat- und Geschichtsverein Dietzenbach e.V.

Neujahrsempfang der Kreisstadt Dietzenbach 2020
Zum Neujahrsempfang 2020 der Kreisstadt Dietzenbach kamen wieder viele Besucher*innen in das Dietzenbacher Capitol. © Ralf Spiegel, 2020
Neujahrsempfang 2020

Zum bereits sechszehnten Mal wurde im Rahmen des Neujahrsempfanges der Kreisstadt Dietzenbach der Förderpreis für Kultur vergeben. Der Förderpreis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird von einer Jury beschlossen.

Die Kultur- und Sportförderpreise gibt es seit dem Jahr 2004. In diesem Jahr wurde kein Sportförderpreis vergeben.

"Bildhauer die aus den Steinen der Geschichte die Zukunft formen"

HGVD Logo
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Der Bürgermeister würdigte den Verein in seiner Laudatio: (es gilt das gesprochene Wort)

"Der Kulturpreis des Jahres 2019 geht an einen Dietzenbacher Verein, der wie kein anderer sich um die Historie unserer Stadt verdient gemacht hat.

Der Verein mit all seinen Engagierten bringt sich seit über 50 Jahren - also noch vor der Stadtwerdung Dietzenbachs - aktiv und vielfältig für den Erhalt von Brauchtum, Geschichte und auch Geschichten ein.

An sich sind wir alle, auch Sie, Bildhauer die aus den Steinen der Geschichte die Zukunft formen. Dabei ist es jedoch wichtig, das Gestein, also die Geschichte zu kennen, um das Morgen positiv zu beeinflussen. 

Genau hier ist die Arbeit dieses Vereines so wertvoll. Denn mit unterschiedlichsten Formaten bewahrt er die Historie und Tradition. Dies mit tollen, abwechslungsreichen, zielgruppenorientierten und zeitgemäßen Projekten und Aktionen.

Wie fing alles im Jahre 1963 eigentlich an?

Nach der Beerdigung eines alteingesessenen Handwerkmeisters trafen sich im Gasthaus "Zum Neuen Löwen" eine Handvoll (Alt!)-Dietzenbacher und unterhielten sich über das Geschehen in ihrer Heimatgemeinde. Das war am 7. Februar 1963.

In der Runde versammelt waren Heinrich Jakob Berz, Wilhelm Haller, Johann Michael Knecht, Maria Heberer; Karl Fey und Philipp Köhler. Im Laufe des Gesprächs entwickelte sich die spontane Idee, einen Heimat- und Verschönerungsverein zu gründen, der die Aufgabe haben sollte, zu sammeln und zu bewahren, was in der damals hektischen Bauphase der Stadt verloren zu gehen drohte.

Außerdem sollte der zukünftige Verein dazu beitragen, die ständig wachsende Gemeinde auch in der Zukunft lebens- und liebenswert zu erhalten.

Eine Woche später traf man sich wieder, um den Verein aus der Taufe zu heben. Inzwischen waren noch mehr interessierte Bürger, u.a. auch Otto Mau und Georg Altmannsberger, hinzugekommen.

Erster Vorsitzender des neugegründeten Heimatvereins wurde Heinrich Jakob Berz.

Das erste Vereinsjahrzehnt

In seinen Anfangsjahren trat der Verein mit zahlreichen Aktionen an die Öffentlichkeit. Ruhebänke wurden aufgestellt, man beteiligte sich an der Planung für den Trimm-Dich- und den Waldlehrpfad und an der Gestaltung des “Knabenborns“.

Vorträge und Ausflüge in die Umgebung gehörten schon damals, wie auch heute, zum Vereinsleben.

Lehrer Otto Mau, damals Vorstandsmitglied, verfasste eine Dietzenbacher Chronik und erwarb sich mit dieser Arbeit große Verdienste um die Erforschung der Ortsgeschichte. Ein Meilenstein für unser Dietzenbach.

Werner Raab, damals Vereinsmitglied, beteiligte sich maßgebend an den jährlichen archäologischen Ausgrabungen in unserer Stadt, die zahlreichen wertvollen Funde aus der Vor- und Frühgeschichte ans Tageslicht brachten.

Zur 750-Jahrfeier Dietzenbachs - vor 50 Jahren - präsentierte der Heimat- und Geschichtsverein der Öffentlichkeit ein Büchlein über Dietzenbachs Vor- und Frühgeschichte, das Kreisbodendenkmalspfleger Klaus Ulrich verfasst hatte.

Doch diesen erfreulichen Ereignissen der ersten Vereinsjahre standen auf der anderen Seite große Probleme gegenüber.

Noch immer fehlten dem Verein eigene Räume, in denen die inzwischen zahlreichen historischen Gegenstände hätten untergebracht werden können.

Mit viel Engagement waren im Laufe der Jahre Gegenstände zusammengetragen worden, die den Grundstock für ein Heimatmuseum bilden sollten. So musste die Sammlung lange Jahre in privaten Unterstellmöglichkeiten gelagert werden.

Daher richtete sich das Hauptinteresse des Vereins in den folgenden Jahren nun immer mehr auf die Gründung eines Heimatmuseums.

Zunächst sollte das Huvartsche Haus in der Bahnhofstraße zum Museum ausgebaut werden.

Als es ein Opfer der damaligen Flächensanierung wurde, fiel die Wahl auf die Zehntscheuer, die aber von Hand abgetragen und nicht mehr wieder errichtet wurde.

Endlich - das Museum

Museum und Stadtbücherei
Museum und Stadtbücherei
Museum und Stadtbücherei

Erst im Jahr 1975 ging für den Verein der lang gehegte Wunsch in Erfüllung: Die Stadt stellte ein altes Fachwerkhaus (es wurde 1765 erbaut) in der Darmstädter Straße als Museum zur Verfügung und übernahm gleichzeitig die Renovierung der Räume.

Nach langer und aufwändiger Arbeit vieler Vereinsmitglieder, die die schwierige Aufgabe übernommen hatten, die neuen Räume zu einem Museum einzurichten, konnte das Dietzenbacher Heimatmuseum am 25.9.1976 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es begeht damit 2020 sein 44 Jähriges.

Als im selben Jahr dem Verein von der Familie Martin Schmidt eine komplette alte Schmiede überlassen wurde, stellte sich die Raumfrage erneut.

Dem Museum sollte es von dort an so gehen wie der Stadt an sich. Man war auf Expansionskurs mit reger Bautätigkeit.

Kurzerhand erwarb man damals eine gebrauchte Baubaracke als Anbau an das Fachwerkhaus und brachte dort die Schmiede und auch ein paar landwirtschaftliche Großgeräte unter. Gleichzeitig mit dem Anbau wurde auch die Außenfassade des alten Fachwerkhäuschens restauriert.

Schon bald waren so viel neue Spenden und Leihgaben von Ausstellungsstücken zusammengekommen, dass der Platz im Fachwerkhaus erneut nicht mehr ausreichte.

Im Jahr 1977 stellte dann die Stadt die Hälfte des ehemaligen Verwaltungspavillons neben dem Fachwerkhaus dem Heimat- und Geschichtsverein zur Verfügung.

Im Jahr 1978 trat der Gründer und 1. Vorsitzende des Vereins nach 15 jähriger Tätigkeit aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Neuer gewählter Vorsitzender wurde Heinrich Steinheimer.

1979 ging noch ein alter Wunsch des Heimat- und Geschichtsvereins in Erfüllung: Der Trinkborn wurde wieder freigelegt und damit eine Erinnerung an das alte Dietzenbach wieder lebendig.

Die 80er Jahre

Das Museum wuchs weiter und platzte bald (erneut) aus allen Nähten. Die regen Bautätigkeiten gehen also weiter. 

1984 musste ein weiterer Ausbau des Fachwerkhauses vorgenommen werden und auch ein Neubau stand auf dem Programm: Zwischen Baubaracke und Pavillon wurde eine große Halle errichtet, in der die vielen Großgeräte aus dem Sammlungsbereich Landwirtschaft endlich stilgerecht und ansprechend untergebracht werden konnten.

1987 wurde das Museum erneut räumlich erweitert, als es von der Stadt die zweite Hälfte der Verwaltungsbaracke, in der bis dahin die Stadtbücherei untergebracht worden war, zugeteilt bekam. Hier wurden verschiedene Werkstätten von Dietzenbacher Handwerkern eingerichtet.

Im Jahre 1988 stellte der Vorsitzende Heinrich Steinheimer nach 20 jähriger Vereinsführung sein Amt zur Verfügung. Neuer Vorsitzender wurde Werner Jünger.

Von den 90er bis heute

Da der Pavillon immer maroder wurde, entschloss sich die Stadt Dietzenbach zu einem Neubau, in dem auch die Stadtbücherei ihr Domizil haben sollte. Der Spatenstich zum Neubau erfolgte 1998.

Pünktlich zum Hessentag im Jahre 2001 in Dietzenbach konnten die neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das heutige Museumsensemble besteht gemeinsam mit der Stadtbücherei aus mehreren Gebäuden. Allein das Museum verfügt fast über 900 qm Ausstellungsfläche und ist das damit flächenmäßig größte im Kreis Offenbach.

Die Sammlung ist fein säuberlich nach Themenschwerpunkten gegliedert, wobei schrittweise die Entwicklung der Geschichte des Ortes Dietzenbach illustriert wird.

Wer bis jetzt noch nicht im Museum war, dem kann ich einen Besuch sehr ans Herz legen.

Man erkennt, dass dort mit viel Fachwissen und Liebe zum Detail die Ausstellung zusammengestellt wurde.

Im Jahr 2014 trat der Vorsitzende Werner Jünger nach 16 jähriger Tätigkeit von seinem Amt zurück. Neuer gewählter Vorsitzender wurden Sie, Herr Scholze.

Der neue Vorstand konnte ein neues Team für die Altstadtführung zusammenstellen und ein QR-Code-Altstadtführungssystem aufbauen, welches die Geschichte und Funktion ausgewählter historischer Objekte in Dietzenbachs Altstadt in den Sprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Russisch erklärt. Das System liest zudem die Texte vor.

Digitalisierung und Zukunft

Weihnachtszauber im Museum für Heimat & Geschichte
Weihnachtszauber im Museum für Heimat & Geschichte

Dank der Digitalisierung sind nun individuelle, zeitenunabhängige Führungen für Interessierte per Smartphone möglich.

Dies zeigt, dass der Verein mit der Zeit geht und immer wieder mit Einfallsreichtum sich weiterentwickelt.

Da sieht man die Parallelen zur Stadt, nicht wahr?

Apropos Digitalisierung. Die Technik des Museums wurde mit dem Austausch aller alten Fernseher gegen moderne LCD-Monitoren und einer neuen LED-Beleuchtung im Mehrzweckraum erweitert.

Der Mehrzweckraum wurde so umgestaltet, dass mittles schwerer Samtvorhänge, neuer Projektor-Technik und einer Dolby Surround Anlagen jederzeit ein temporärer Kinosaal entstanden ist.

Dort zeigt der Heimat- und Geschichtsverein einmal im Quartal ortshistorische und themenbezogene Filme.  Dies ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem MAIN Kino D hier im Dietzenbacher Capitol.

Thematisch wie personell vielseitig aufgestellt

Kulturell und pädagogisch ist viel los im Museum. Ausstellungen, Mitmachangebote, Museumspädagogik, spezielle Führungen, Schul-AGs und vieles mehr machen es lebhaft und erlebbar. Ein Besuch ist lohnenswert, kann ich nur sagen.

Ja-sagen kann man übrigens im Museum auch. Die Räumlichkeiten werden für Trauungen angeboten.

Zudem ist in Kooperation mit dem "Verein für Dietzenbach" ein weiteres Fest in unserer Stadt etabliert worden. Jeweils am 3. Adventswochenende öffnet der Hof des Museums für Heimatkunde und Geschichte zum Weihnachtszauber.

Im vergangenen Jahr hatte es Petrus mit dem Regen nicht ganz so gut gemeint gehabt, was die Dietzenbacher jedoch nicht abschreckten, zahlreich zu kommen.

Dass der Verein mit der Zeit geht und attraktiv auch für jüngere Dietzenbacherinnen und Dietzenbacher ist, zeigt sich in der heterogenen Mitgliederstruktur, an der Social-Media-Präsenz und der modernen Internetseite.

Es ist etwas ganz besonderes und darauf kann der Verein sehr stolz sein. Denn es gibt im Dietzenbacher Heimat- & Geschichtsverein eine gute Mischung zwischen den Generationen, die sich gegenseitig inspiriert. Die jüngere Generation steht in den Startlöchern, um den erfolgreichen Vereinsweg gemeinsam fortzuführen.

Gemeinsam setzen sich alle Mitstreiter, in hervorragender Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Kollegin der Stadt, Maria Polatowski-Ruprycht, für Dietzenbach ein und sind ein wichtiger Bestandteil unserer städtischen Identität. 

Dieses ehrenamtliche Engagement zeigt die enge Verbundenheit zu unserer Stadt und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Pflege des kulturellen Erbes unseres Dietzenbachs.

Wie eingangs gesagt, sind wir alle Bildhauer, die aus den „Steinen“ der Geschichte die Zukunft formen. Doch dank des Vereins sind „Steine“ bewahrt worden, die ohne dieses leidenschaftliche Einsatzes sicherlich verloren gegangen wären.

Dafür danke ich Ihnen und ihren Mitstreitern sehr herzlich."


http://www.facebook.com/pages/Stadtportal-Dietzenbach/183323078473124?ref=hl
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