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Pressemitteilungen






Die Zahlen sind schockierend: Gewalt gegen Frauen

Das Frauen- und Gleichstellungsbüro informiert zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Int. Tag gegen Gewalt an Frauen
von links: Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang, Bettina Kuse (Frauen- & Gleichstellungsbeauftragte), Bürgermeister Jürgen Rogg und Nadja Kuhn, (stellvertretende Frauen- & Gleichstellungsbeauftragte)
Int. Tag gegen Gewalt an Frauen

"Die Zahlen sind schockierend", so kommentierte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Befund der Polizeistatistik am 10.11.2020: Im Jahr 2019 sei statistisch betrachtet an fast jedem dritten Tag eine Frau durch die Tat ihres Partners oder Ex-Partners gestorben. Und umgerechnet alle 45 Minuten werde eine Frau in Deutschland durch ihren Partner verletzt oder angegriffen.

Bei 301 Frauen und 93 Männern habe es im vergangenen Jahr einen Tötungsversuch in oder nach Beziehungen gegeben. Insgesamt gab es laut Statistik des BKA mehr als 141.000 Opfer von vollendeten und versuchten Delikten der Partnerschaftsgewalt, 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die bekannt gewordenen Straftaten von psychischer oder körperlicher Gewalt allein in Beziehungen reichen von Stalking über Vergewaltigung bis hin zu Mord und Totschlag. Da sie meist im Verborgenen - in der eigenen Wohnung - stattfinden, werden laut Experten rund 75 bis 80 Prozent nicht aktenkundig, weil sich Opfer nicht trauen, Anzeige zu erstatten: sei es aus Scham, Angst vor weiterer Gewalt oder finanzieller Abhängigkeit.

Hochgerechnet würde die angenommene Dunkelziffer zusammen mit den gemeldeten Straftaten jährlich über eine halbe Million Fälle von häuslicher Beziehungsgewalt bedeuten.

Vier von fünf Gewaltopfern in Beziehungen weiblich

Von den Betroffenen waren rund vier Fünftel Frauen und ein Fünftel Männer.

Bettina Kuse, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Dietzenbach, erklärt: Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, jeweils am 25. November, ist eine jährliche Erinnerung daran, dass Frauen nahezu täglich Opfer von sexualisierter oder geschlechtsspezifischer Gewalt werden. Gerade während der Corona-Pandemie ist häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder aber noch einmal deutlich angestiegen.

Durch die Corona-Pandemie kommt es zu zusätzlichen Risikofaktoren, welche Gewalt gegen Frauen und Kinder wahrscheinlicher macht: Jobverlust der Eltern oder Kurzarbeit durch die Corona-Krise, akute finanzielle Sorgen, Kita- und Schulschließungen, Home-Office und Quarantäne zuhause führen eher zu Gewalt. Am stärksten sind - laut einer Münchner Studie nach dem ersten Lock down -  Frauen und Kinder in den Familien betroffen, in denen mindestens ein Elternteil unter Ängsten oder Depressionen leiden.

In der Sondersituation der Corona-Pandemie ist es besonders wichtig, dass gewaltbetroffene Frauen mit ihren Kindern schnell, unbürokratisch und zuverlässig Schutz und Beratung bekommen. Die rund 350 Frauenhäuser und über 600 Frauenberatungsstellen stehen durch die Corona-Auswirkungen wie viele andere soziale Dienste vor besonderen Herausforderungen und Belastungen. Daher bieten die Unterstützungseinrichtungen in der Coronazeit verstärkt Telefon-, Online- und Videoberatung an.

Hilfetelefon

Ob Gewalt in der Partnerschaft, digitalem Hass im Netz, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Zwangsprostitution, Missbrauch, Vergewaltigung oder Menschenhandel – das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 18 Sprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen auch an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

Die Corona-Pandemie hat die ohnehin schon angespannte Lage in den 350 Frauenhäusern nochmal verschärft. Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen, die Hilfe brauchen, aus Platzgründen abgewiesen werden müssen.

Abgesehen vom ausreichenden Ausbau der Hilfsangebote für die betroffenen Frauen wie Frauenhäuser und Beratungsstellen ist es notwendig, dass im Vordergrund der Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt deren Prävention stehen muss. In Deutschland fehlt es an vielen Stellen aber noch immer an einer umfassenden Umsetzung der Istanbul-Konvention und an ausreichenden präventiven Maßnahmen, bspw. an einer verpflichtenden, qualifizierten und fortlaufenden Aus- und Fortbildungen für alle Polizeikräfte, die in ihrem Dienst mit häuslicher Gewalt konfrontiert werden, für Richter*innen und Staatsanwält*innen  und an einer Intensivierung der Tatursachenforschung.

Während der Corona-Krise ist vielen Menschen bewusst geworden, wie wichtig eine gute Nachbarschaft ist. Die Nachbarschaft im direkten Umfeld ist auch bei Gewalt in Familie und Partnerschaft besonders wichtig, um Betroffenen und ihrem Umfeld zu zeigen, welche Handlungsmöglichkeiten es gegen Gewaltsituationen im häuslichen Umfeld gibt und wo sie Hilfsangebote finden.

Jede dritte Frau in Deutschland erfährt statistisch gesehen mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt. Und auch Männer sind betroffen. Das wird sich nur ändern, wenn sich die ganze Gesellschaft entschiedener gegen Gewalt einsetzt.

Beratungsangebot im Rathaus

Bettina Kuse
Bettina Kuse
Bettina Kuse

Das Frauen- und Gleichstellungsbüro im Rathaus bietet während der Pandemie für Frauen in allen Lebenslagen eine telefonische Beratung an: Mo, Di, Do von 9:00 bis 13:00 Uhr und Di von 14:00 bis 16:00 Uhr, Tel: 06074 373-240  bzw.  0162 529 7845  . Diese Gespräche sind vertraulich und können auch anonym erfolgen.


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