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„Internationaler Naschgarten der Generationen“

Gemeinschaftsprojekt soll verbinden, wachsen und gedeihen

Am 13. Mai 2022 wurde der „Internationale Naschgarten der Generationen“ offiziell eingeweiht. Der Spatenstich des Projektes fand Anfang Dezember des vergangenen Jahres statt und seitdem hat sich einiges auf dem Gelände vor der Kita 11, Am Stiergraben, getan.

Die Kinder der Kindertageseinrichtung packen fleißig mit an, wovon man sich am Tag der Eröffnung in der Zeit zwischen 09.30 Uhr bis 12.30 Uhr selbst ein Bild machen konnte. Es wurde gebuddelt, gepflanzt, gesät, gegossen und später werden dann auch die Früchte genossen.

Auch Unterstützerinnen und Unterstützer des Seniorenzentrums Steinberg waren bei der offiziellen Einweihung dabei, um mit Rat und Tat den Junggärtnerinnen und -gärtnern bei Seite zu stehen.

Beim „Internationalen Naschgarten der Generationen“ handelt sich um ein Gartenprojekt, das zukünftig verschiedene Generationen und Kulturen zusammenbringt. Da gehören Spaten, Rechen, Schubkarren, Gießkannen und Co. zur Grundausstattung.

Verschiedene Kooperationsbeteiligte planten auf einer Freifläche Am Stiergraben in unmittelbarer Nähe zur Kita 11 einen Genussgarten anzulegen. Seniorinnen und Senioren, zum Beispiel aus den Seniorenwohnungen der fußläufig erreichbaren Dieffenbach Straße, und Kindergartenkinder mit ihren Eltern werden gemeinsam den Garten pflegen, Früchte anbauen, ernten und gemeinsam verkosten.

Die Ideengeberinnen zeigen sich vom Projektstart begeistert

Die Ideengeberinnen sind Kirsten Wolf, Sachgebietsleiterin der Seniorenarbeit, und Kathrin Lyrhammer, Leiterin der Kindertagesstätte 11 – Kinderinsel. Das intergenerationale Gartenprojekt wird von der „Partnerschaft für Demokratie in Dietzenbach“ gefördert. Der AWO Kreisverband Offenbach Land e.V. konnte als Projektträger gewonnen werden, um die Bundesfördermittel zu beantragen.

Konkret wurden bereits diverse Beete und Hochbeete angelegt und Vorarbeiten abgeschlossen. Dank einer Förderung des Kreises Offenbach wird demnächst auch eine Gerätehütte an dem vorgesehenen Platz stehen und Stauraum bieten. Der Regenwasserbehälter wird in den nächsten Tagen aufgestellt, sodass an heißen Sonnentagen auch genügend Wasser zum Gießen zur Verfügung steht. Da unterstützen die Gärtnerinnen und Gärtner der Städtischen Betriebe. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen gepflasterte Wege, geeignet für Rollatoren und Rollstühle, durch die kleine Gartenanlage führen.

All dem gingen große Planungen voraus. In der Kita und in verschiedenen Seniorenrunden wurde überlegt, welches Obst und Gemüse angebaut werden soll.

TV und Tagespresse interviewen die Projektpartner und Gäste

Bürgermeister Dr. Dieter Lang, der selbst im Obst- und Gartenbauverein aktiv ist, findet die Idee klasse: „Die Begeisterung zum Gärtnern verbindet Menschen jeden Alters und über alle Kulturen hinweg. Außerdem gibt es dabei sehr viel und auch immer wieder etwas Neues zu lernen, dafür haben wir hier einen wunderbaren Raum im Grünen schaffen. Das Besondere an diesem Projekt ist das riesige Netzwerk an Unterstützerinnen und Unterstützern.“

So vielfältig die Pflanzen sein werden, so vielfältig sind die Menschen, Firmen und Gruppen, die sich daran beteiligen. Dies sind die Städtische Seniorenarbeit, die  Kindertagesstätte 11 – Kinderinsel und dessen Elternbeirat, der Seniorenbeirat Dietzenbach, die Städtischen Betriebe, der Kreis Offenbach, das Bundesprojekt „Demokratie Leben“, der AWO Kreisverband, die Firmen Grünbaum, Seipp Gartenbau und Knecht, die Klimaschutzmanagerin sowie Privatpersonen.

Erster Stadtrat und Sozialdezernent René Bacher: „Dieses Projekt ist ein weiterer, wunderbarer Beweis dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen über den Tellerrand hinausschauen und generations- und kulturübergreifend denken und handeln. Die Unterstützung aus der Gesellschaft und Wirtschaft zeigt eindrucksvoll das große Engagement für unser Dietzenbach.“

"Die Kinder freuen sich sehr auf den Naschgarten"

Kirsten Wolf sagt: „Die älteren Menschen hatten früher meist auch Gärten. Durch räumliche Verkleinerungen ohne eigene Grünflächen vermissen sie diese häufig, so die Rückmeldungen. Umso mehr freue es sie, dass sie hier die Möglichkeiten haben, an die frühere Begeisterung für die Natur anzuknüpfen.“

Kathrin Lyrhammer ergänzt: „Die Kinder freuen sich sehr auf den Naschgarten. Wir integrieren das Thema in unsere pädagogische Arbeit. Im Vorfeld wurden unsere Kinder befragt, was es zum Beispiel in diesem Garten unbedingt geben müsste.“ Erdbeeren, Schmetterlinge und „eine schöne Bank zum Sitzen“ waren die Top drei.

Peggy Ulbricht vom Elternbeirat unterstütz das Projekt tatkräftig: „Der Garten eignet sich hervorragend dazu, dass Eltern am Kita-Alltag teilhaben können. In einem Garten ist immer etwas zu tun.“ Das hat auch ein Nachbar direkt erkannt und spontan mit angepackt, sodass zur Eröffnung alles passt. „Der Mann kam vor kurzen aus der Ukraine. Auch wenn es sprachlich schwierig war, so konnten wir uns mit Händen und Füßen und Übersetzungsprogrammen per Handy gut verständigen“, freut sich Ulbricht.

Viele Unterstützende ermöglichen und fördern das Projekt

Mit einem Kamishibai, einem japanischen Papiertheater, brachten die Erzieherinnen und Erzieher den jeweiligen Kita-Gruppen die anstehenden Pflanzungen und Arbeiten kindgerecht bei. Im grünen Gras sitzend, lauschten die Jungen und Mädchen bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein interessiert zu.

„Mitbestimmung, vor allem schon in jungen Jahren, legt einen hervorragenden Grundstein für unser demokratisches Miteinander“, freut sich Michael Becker vom AWO Kreisverband, der für die Fördermittel zuständig ist.

Das Projekt wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie Dietzenbach im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Programms „Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport.“

Auf Seiten des Kreises wurde erfolgreich ein „Antrag auf Förderung innovativer Projekte der Altenarbeit im Kreis Offenbach“ gestellt, der die Gerätehütte ermöglicht. Anfang Mai kam der entsprechende Bescheid in Höhe von 1.000 Euro von Thomas Piefke von der Leitstelle Älterwerden. Er schaute bei der Eröffnung ebenfalls vorbei und machte sich vor Ort ein Bild: „Wir unterstützen ausdrücklich solche Projekte und hoffen, dass Sie zahlreiche Senioren und Seniorinnen mit und ohne Migrationshintergrund und Kindergartenkinder und deren Familien für dieses Thema begeistern können.“