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Demenzlotsen: Für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe

Neues Projekt von Maltesern und Kreisstadt Dietzenbach

Wichtige Information
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Die Malteser und die Kreisstadt Dietzenbach laden am Montag, 20. Mai 2019, alle Unternehmen ein, um ihr neues gemeinsames Projekt „Demenzlotsen“ vorzustellen. Los geht es um 14.00 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses der Kreisstadt Dietzenbach, Europaplatz 1 in 63128 Dietzenbach.

Demenzlotsen sind von den Maltesern geschulte Mitarbeiter mit Kundenkontakt, die Anzeichen von demenziellem Verhalten erkennen und adäquat damit umgehen können.

„Gemeinsam mit den Unternehmen möchten wir Erkrankten und auch deren Angehörigen den Alltag erleichtern und verhindern, dass sie sich aus der Gesellschaft zurückziehen und sich ausgeschlossen fühlen“, erklärt Malteserin Monika Heinz den Hintergrund des Projekts. Bürgermeister Jürgen Rogg ergänzt: „Es ist eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Demenzerkrankungen ein Leben und Altern in Würde zu ermöglichen. Ich als Bürgermeister trete für gute Rahmenbedingungen ein. In Dietzenbach sind wir mit einer Vielzahl von vernetzten Beratungs- und Unterstützungsangeboten bereits auf einem guten Weg.“

Dietzenbach ist neben Offenbach und Neu-Isenburg die dritte Stadt im Kreis Offenbach und die siebte Stadt in Hessen, die das mit dem 3. Platz beim Hessischen Demographiepreis 2017 ausgezeichnete Projekt auf den Weg bringt.

Denn Situationen, wie folgend beschrieben, sind längst auch in Dietzenbach und Umgebung keine Seltenheit mehr, sondern vielmehr Teil des Alltags: Kunden, die vergessen zu bezahlen, die nicht wissen, was sie kaufen wollten, kein Geld dabeihaben und damit die restliche Kundschaft verärgern.

„Wir haben bereits Dienstleistungsunternehmen, Apotheken, Ärzte und Einzelhändler kontaktiert und dafür geworben, Mitarbeiter von den Maltesern schulen zu lassen“, so Birgit Göckes von der Kreisstadt Dietzenbach. „Dahinter steckt die Idee, dass es in jedem Geschäft, den Bankfilialen und den Behörden – also überall dort, wo Demenzkranke im Alltag hingehen – einen Ansprechpartner gibt, der weiß, wie man adäquat mit betroffenen Menschen umgeht“, ergänzt Monika Heinz, Koordinatorin der Malteser Demenzlotsen. Umso größer war die Freude, dass bereits einige Unternehmen ihr Interesse signalisiert haben.
Denn für Menschen mit Demenz sei es gerade im Anfangsstadium der Krankheit äußerst wichtig, tägliche Routinen weiter zu führen.

„Es hilft, wenn sie alte Gewohnheiten so lange wie möglich beibehalten können und man ihnen ermöglicht, diese in einem strukturierten Tagesablauf mit einzubeziehen. Zum Beispiel morgens Brötchen holen, danach in die Apotheke gehen, nachmittags Kaffeetrinken in der Stadt und danach Einkäufe erledigen“, erklärt Monika Heinz.

Nun werden weitere Unternehmen gesucht, die Mitarbeiter zu Demenzlotsen schulen lassen und die Möglichkeit der Teilhabe von Menschen mit Demenz unterstützen.

Hintergrund: Ausbildung zum Malteser Demenzlotsen

Die Ausbildung beinhaltet Informationen, wie demenziell veränderte Menschen denken und handeln, wie man Anzeichen von demenziellem Verhalten erkennt und praktische Tipps, wie man mit dem Betroffenen angemessen umgeht. „Wir bringen den Teilnehmern bei, wie sie auffälliges Verhalten richtig deuten und einordnen können, zeigen ihnen Kommunikationsmöglichkeiten und -formen im Umgang mit Demenzkranken auf und informieren sie über bestehende Hilfsnetzwerke“, so Malteser Koordinatorin Monika Heinz. „Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, dass Betroffene weiterhin am öffentlichen Leben in Dietzenbach teilnehmen können und damit die Steigerung ihrer Lebensqualität.“

Ansprechpartnerinnen für interessierte Unternehmen aus Dietzenbach und Umgebung:

Demenz: Daten und Fakten

In Deutschland leben nach Angabe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gegenwärtig etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Jahr für Jahr treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt und aufgrund der demografischen Entwicklung mit zunehmend älteren Bürgern wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf rund 3 Millionen erhöhen - was einem Zuwachs von durchschnittlich ca. 40.000 Personen pro Jahr entspricht. Für Hessen wird die Zahl von an Demenz erkrankten Personen im Alter von über 65 Jahren auf über 112.000 Personen geschätzt. (Quelle: Alzheimer Gesellschaft, Juni 2018)


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