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Alltagshelferinnen und -helfer in den Kindertagesstätten

Im Rahmen der Corona-Verordnung gibt es Unterstützung

Alltagshelfer*innen Kitas
Sven Kohl, Barbara Spahn (Leiterin der Kita 9), Moritz Rützel und Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang im Außengelände der Kita
Alltagshelfer*innen

Die städtischen Kindertagesstätten erhalten Unterstützung durch bezahlte „Alltagshelferinnen“ und „Alltagshelfer“, um die Corona-Krise besser bewältigen zu können. Die Kreisstadt Dietzenbach hat bisher 21 Personen für diese Unterstützungstätigkeit gewinnen können und zwei weitere sind derzeit im Verfahren. Denn auch an den Kindertagesstätten geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Neben der pädagogischen Arbeit hat sich auch der Aufwand durch die Infektionslage stark erhöht. Dies liegt unter anderem an den verstärkten Hygieneauflagen, dem gestiegenen Kommunikationsbedarf mit den Eltern sowie der Notwendigkeit, die Struktur und Dienstpläne an die sich schnell ändernde Lage anzupassen.

Im Rahmen der Corona-Verordnungen und einer Änderung des Hessischen Kinder-und Jugendhilfegesetzbuchs wurde es möglich, „fachfremde“ Personen zur Mitarbeit in der Kita befristet einzustellen. „Für jede der elf Einrichtungen konnte mindestens eine Unterstützerkraft eingestellt werden“, erklärt Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang. Diese Personen unterstützen teilweise in Vollzeit und in Teilzeit.

Die eingestellten Alltagshelfer*innen haben fast alle bereits Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und haben sich gut eingelebt in ihrer neuen Rolle. „Ich bin froh, dass wir hoch motivierte und engagierte Menschen gewinnen konnten“, zeigt sich Lang zufrieden. Einige sind beispielsweise bereits als Schulbegleitung oder Elternlotsin aktiv. Andere wiederum sind Studierende der Sozialen Arbeit oder haben ein pädagogisches Studium im Ausland absolviert.

Sie machen etwa 10 Prozent im Verhältnis zu den Erzieherinnen und Erzieher aus und besetzen freie Stellen, die aufgrund des Fachkräftemangels und der natürlichen Fluktuation bei über 200 Stellen derzeit nicht besetzt sind. Die Alltagshelfer*innen unterstützen beispielsweise bei der Einhaltung der Corona-Hygieneregeln, bei der pädagogischen Arbeit in Form von Spielen und Malen mit Kindern, Vorlesen, Ausflügen, helfen beim Anziehen.

Sven Kohl fördert als gelernter Art Director die Kreativität und Fantasie

Kita in Corona-Zeiten
Kita in Corona-Zeiten
Kita in Corona-Zeiten

Hinter jeder Alltagshelferin und jedem Alltagshelfer steckt eine persönliche Geschichte, die nicht selten auch eine Corona-Komponente hat. So wie etwa bei Moritz Rützel und Sven Kohl. Seit Dezember sind sie zwei der 21 Alltagshelfer. Beide sind in der Kita 9, Rodgaustraße, eingesetzt und fühlen sich dort sehr wohl und willkommen. Derzeit sind sie die einzigen Männer in diesem Format.

Sven Kohl hat die letzten Jahre in verschiedenen Agenturen als Senior Art Director gearbeitet, unter anderem in Projekten für die Bildungswirtschaft. Dank seiner Lebenserfahrung und seines großen Einfallsreichtums bringt der 55-Jähige viel mit. „Das Spiel mit der Kreativität und der Fantasie macht mir unheimlichen Spaß. Kinder sind freier, weniger verkopft und stecken voller Ideen. Hier verbirgt sich ein großes Potenzial“, sagt Kohl.

Die schier unendliche Neugierde zu sehen, und auf Tausende Fragen einzugehen und Antworten zu finden, mache die Arbeit in der Kita so abwechslungsreich und spannend. Bereits als junger Mann hat Sven Kohl knapp zwei Jahre lang in einer integrativen Schule im sozialen Bereich gearbeitet.

Moritz Rützel hat schon viel Neues gelernt, auch durch die Kinder

Kind Kita
Kind Kita
Vielfalt in der Kita

Moritz Rützel ist 19 Jahre alt und wäre eigentlich derzeit gar nicht in Deutschland. Corona hat vieles verändert, so auch seine persönlichen Pläne. „Ursprünglich war ein Auslandsjahr in Australien nach dem Abitur geplant, alles war schon vorbereitet“, so der Dietzenbacher.

Doch die Pandemie hat diese Idee vorerst zerschlagen. So geht es vielen in seinem Alter. Moritz Rützel hat umdisponiert. Bis zum Beginn des Studiums hat er jetzt einen Platz gefunden, der ihm richtig viel Spaß macht. „Die Atmosphäre in der Kita ist echt gut und die Arbeit mit den Kindern ist klasse. Ich bin davon überzeugt, dass die Erfahrungen in der Kita-Arbeit meine Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen werden.“

Er habe schon viel Neues gelernt, auch durch die Kinder. „Ich weiß jetzt, was bei den Kids angesagt ist. Ich bin aber auch froh, dass ich noch gut mit den Superhelden aus meiner Kindheit punkten kann. Denn die stehen immer noch hoch im Kurs der drei bis sechsjährigen“, sagt er lächelnd.

Wie es konkret nach der Befristung für beide weitergeht, steht noch nicht fest. Wie vieles in Pandemiezeiten. Einige der aktuellen Alltagshelferinnen jedoch haben sich schon festgelegt und werden ab dem nächsten Schuljahr die berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin bei der Kreisstadt beginnen.


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