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Dietzenbacher Deiwelche

von Joachim Kreutz

Dietzenbacher Deiwelche
Dietzenbacher Deiwelche
Dietzenbacher Deiwelche

Obwohl in der öffentlichen Diskussion nicht unumstritten, hatte sich das „Deiwelche“ als Comic-Figur bereits im Vorfeld des Dietzenbacher Hessentages 2001 als Hessentags-Maskottchen fest etabliert. Alteingesessene Dietzenbacher erinnerten sich in diesem Zusammenhang an den überlieferten Spruch "In Ditzebach, in Ditzebach, da sitzt de Deiwel unnerm Dach!", der seit dem 18. Jahrhundert in den Nachbargemeinden kursierte.

Der Dietzenbacher Lions Club, der in Dietzenbach bereits seit fünf Jahren karitative Projekte unterstützte, griff diese Motiv-Idee gerne auf, um auch im kulturellen Bereich tätig zu werden und engagierte den Frankfurter Bildhauermeister Joachim Kreutz, der bereits das „Dietzenbacher Ei“ für den Geschichtspfad erschaffen hatte.

Als Standort wurde nach längerer kontroverser Debatte mit den Dietzenbacher Kirchengemeinden schließlich das Museum für Heimatkunde und Geschichte ausgewählt.

Am 5. Mai 2001 wurde das Deiwelche aus Bronze, das auf dem Balken eines stilisierten Daches sitzend verschmitzt auf die Betrachter herunterblickt, am Museum für Heimatkunde und Geschichte feierlich enthüllt.

Der Künstler

Geschichtspfad - Aufgebrochenes Ei
Erste urkundliche Erwähnung Dietzenbachs um 1220
Aufgebrochenes Ei

Fünf Kunstwerke hat der Frankfurter Bildhauermeister und Künstler Joachim Kreutz den Dietzenbachern hinterlassen.

Sein Debüt gab Kreutz Ende Juni des Jahres 2000 mit der Erschaffung des „Dietzenbacher Eis“ für den Geschichtspfad. Aus einem etwa fünf Tonnen schweren Gesteinsblock aus hessischem Diabas, einem dunkelgrünen, sehr hartem Tiefengestein, gestaltete Kreutz ein aufplatzendes Ei, das die „Geburtsstunde“ Dietzenbachs symbolisieren soll. In der Bruchstelle kommt die für Dietzenbach so bedeutsame Passage des lateinischen Urkundentextes „...Item in dicenbah...“ , (…Ebenso in Dietzenbach…) zum Vorschein – der Anfang des Satzes aus einem alten Schenkungsverzeichnis an das Kloster Patershausen, in dem Dietzenbach um das Jahr 1220 n.Chr. zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. In diesem Güterverzeichnis des Klosters Patershausen ist vermerkt, dass Pfarrer Luphridus von Preungesheim seine Güter, darunter einen Hof in „Dicenbah”, dem Kloster vermacht.

Das Werk sollte allerdings nach den Vorstellungen des Künstlers nicht anonym im Atelier oder unbeachtet in der Gemarkung entstehen, sondern mit dem Charakter einer „Performance“ an einem öffentlichen Ort unter Beobachtung und Teilnahme der Bürgerschaft, für die es bestimmt ist. Ausdrücklicher Wunsch von Kreutz war es auch, dass „Bürgermeister Heyer selbst mit Hand anlegt.” So war es nur konsequent und naheliegend, die Aktion direkt am Rathaus stattfinden zu lassen.

Am 5. September 2000 wurde das „Dietzenbacher Ei” an seinen endgültigen Standort auf dem Geschichtspfad an der „Russenhütte” verlegt.

Es folgte eine Beauftragung durch den 1996 gegründeten Dietzenbacher Lions Club, der neben seinem bisherigen karitativen Engagement nunmehr auch auf dem kulturellen Sektor tätig werden wollte. Kreutz sollte das Dietzenbacher „Deiwelche“, das sich mittlerweile als Maskottchen für den bevorstehenden Dietzenbacher Hessentag fest etabliert hatte, künstlerisch umsetzen. Am 5. Mai 2001 wurde das Deiwelche aus Bronze, das auf dem Balken eines stilisierten Daches sitzend verschmitzt auf die Betrachter herunterblickt, am Museum für Heimatkunde und Geschichte feierlich enthüllt.

Während des Hessentages (18. – 27. Mai 2001) realisierte Joachim Kreutz in einem Gemeinschaftsprojekt mit Schülerinnen und Schülern der Ernst-Reuter-Schule neben dem Jugendzentrum an der Rodgaustraße die Marmor-Skulptur „Wir formen die Welt“.

Die Idee zu dieser Skulptur hatten die Schüler im Rahmen der Lokalen Agenda 21 beim Planspiel „An den Schalthebeln der Macht“ entwickelt. Unter fachkundiger Anleitung von Joachim Kreutz und dem Kunstlehrer Thomas Schmidt meißelten die Jugendlichen ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Zukunft in Dietzenbach in einen 4,5 Tonnen schweren Block aus weißem, portugiesischen Marmor, z.B. eine Taube für den Frieden, eine Note für die Musik, eine Erdkugel usw. .

Finanziert wurde das Projekt von der Fraport AG, aus Lotto-Toto-Mitteln des Landes Hessen sowie von der Stadt Dietzenbach.

Im Jahre 2003 widmete sich Kreutz der Einrichtung einer Gedenkstätte für totgeborene Kinder auf dem Dietzenbacher Friedhof. Um ein von ihm geschaffenes zentrales Symbol der Geborgenheit für die „Sternenkinder“ herum wurden von mehreren trauernden Eltern gestaltete Grabskulpturen angeordnet und in ein gesamtes Denkmalkonzept integriert.

Als vorerst letztes Werk von Joachim Kreutz in Dietzenbach wurde am 23. September 2006 die 1,70 Meter große Bronze-Statue des „Dietzenbacher Ausschellers“ in der Darmstädter Straße neben der „Alten Schule“, der heutigen Polizeistation, feierlich enthüllt.

Dietzenbacher ”Deiwelche“ – das offizielle Hessentags-Maskottchen

Schlüsselanhäner - Hessentagsmaskottchen
Schlüsselanhäner - Hessentagsmaskottchen
Schlüsselanhäner - Hessentagsmaskottchen

”Dietzebach hot d’Krach. Do setzt de Deiwel unnerm Dach!”

So beginnt ein altbekannter Dietzenbacher Mundartspruch, von dem es mehrere Versionen gibt.*

Die Ursprünge des Dietzenbacher Teufelchens allerdings liegen im Dunkeln. Verbürgt ist, dass unter dem Dach des Bauernhofes von Heinrich Knecht XII an der Darmstädter Straße neben dem alten Rathaus ein Teufelchen mit langem Schwanz und Klumpfuß ins Eichengebälk geschnitzt war – angeblich stammte es aus dem Jahre 1783. Was allerdings einen Dietzenbacher Bauern veranlasst haben mag, sein Anwesen ausgerechnet mit einem ”Gottseibeiuns” zu verzieren, darüber gibt es bis dato nur Spekulationen...

Am 20. September 1941 wurde das Gehöft bei einem Bombenangriff zerstört, das Teufelchen aber lebte weiter in den Köpfen der alten Dietzenbacher. Im Jahre 1984 erfuhr das ”Deiwelche” seine Wiedergeburt durch die Hände des blinden (mittlerweile verstorbenen) Dietzenbacher Künstlers Erwin Fenchel, der es aus dem Holz einer Ulme vom Dietzenbacher Kirchhof schnitzte. Das ”Deiwelche”, das heute über dem Eingang des Dietzenbacher Heimatmuseums hängt und auf die Besucher hinunterblickt, schuf der Künstler Karl Heinz Wagner.

Der Graphiker Thomas Strittmatter und seine Lebensgefährtin, die Rechtsanwältin Dorit Bader, beide Neubürger in Dietzenbach, fanden, dass sich diese Figur hervorragend dazu eignet, mit Selbstironie und Augenzwinkern gegen das Negativimage Dietzenbachs zu Felde zu ziehen und schufen in eigener Regie und auf eigene Kosten im Frühjahr 1999 einen Aufkleber mit dem Slogan: ”Weit besser als von fern gesehen: Böses Dietzenbach ...teuflisch liebenswert”, bei dem ein verschmitzt lächelndes Teufelchen über der Stadt schwebt.

Binnen weniger Monate eroberte sich das Dietzenbacher Deiwelche die Herzen der Dietzenbacher, und so war es nur folgerichtig, dass Strittmatter und Bader beim offiziellen Ideenwettbewerb der Stadt, bei dem u.a. Slogan und Maskottchen zum Hessentag 2001 in Dietzenbach gesucht wurden, mit ihrem Wettbewerbsbeitrag als Sieger hervorgingen.

*weitere Version

"In Ditzebach, in Ditzebach, da sitzt de Deiwel unnerm Dach – in Langen wurde er gefangen, in Ober-Roden gebrode und in Messel gefresse!

Weiterführende Informationen

Die Kunst-Haltestellen im Überblick

Nr.KunstobjektKünstler/in
1 Steinberg-Kreisel Uschi Heusel
2 Waldgeisterstamm Valerie Gourski
3 Die vier Fraktionen Inge Hagner
4  Fünf Kontinente  Guntram Prochaska
5  Vélizy-Brücke Georgi Takev
6  PÄDong-Figuren PÄDong-Künstlergruppe 
7  Deiwelche Joachim Kreutz 
8  Ausscheller Joachim Kreutz 
9  Ballett der Bewegung Prof. Wolfgang Rang 
10  Stadtbrunnen Hans Schmandt 
11  Marterl Hans-Bernhard Vielstädte 
12  Wolfstock Forstverwaltung

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