Evangelische Christuskirche & Pfarrhaus (9)
Die evangelische Christuskirche (9) in ihrer heutigen Form wurde 1753/54 errichtet. Dank der in den Jahren 1969/70 durchgeführten umfangreichen Restaurierungsarbeiten wissen wir aber, dass an diesem Standort mehrere Vorgängerkirchen gestanden haben.
Das – wahrscheinlich schon in karolingischer Zeit erbaute – erste Dietzenbacher Gotteshaus war dem heiligen St. Martin geweiht. Neben dem einschiffigen, ziemlich schmalen romanischen Kirchenbau wurde im Spätmittelalter (nach 1400) an der Ostseite ein freistehender gotischer Turm errichtet, der auch als Wehrturm diente. Während des Dreißigjährigen Krieges (im Winter 1634/35) wurde ein Großteil des Dorfes und dabei auch die Kirche von den Schweden niedergebrannt.
Die Christuskirche wurde am 27. Oktober 1754 eingeweiht, seither wird in Dietzenbach jedes Jahr Kirchweih (Kerb) gefeiert.
(Faustregel für die Terminierung: Fällt der 27. Oktober auf einen Sonntag, wird an diesem Wochenende Kerb gefeiert. Fällt der 27. Oktober auf einen Wochentag, dann ist erst am darauf folgenden Wochenende die Kerb)
Das Pfarrhaus, ein massives Steinhaus mit sog. Krüppelwalmdach, wurde 1808/09 errichtet und steht heute ebenfalls unter Denkmalschutz. Das Gemeindehaus stammt aus dem Jahre 1932; hier wurde damals Dietzenbachs erster Kindergarten eingerichtet. Das stattliche Wohngebäude in der Pfarrgasse 8 mit nahezu vollständig erhaltenem Fachwerkgefüge wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert erbaut.
Jahrhundertelang beerdigten die Dietzenbacher ihre Toten auf dem Kirchhof, wovon noch einige Grabplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeugen, die in die Mauer des ehemaligen Wehrkirchhofes eingelassen sind. Im Jahre 1825 wurde der Friedhof an seinen heutigen Standort an der Offenthaler Straße ausgelagert.