Geschichte des Dietzenbacher Weinbaus
(dargestellt durch einen kleinen Hügel mit Weinreben)
Dass der Weinanbau in Dietzenbach eine lange Tradition hat, zeigen unter anderem die Weintrauben, die als ein prägendes Element das Dietzenbacher Stadtwappen zieren.
Bereits seit dem Mittelalter bis voraussichtlich ins 18. Jahrhundert gedeihten auf dem Wingertsberg die Rebstöcke. Zum vorübergehenden Niedergang des Weinbaus in der heutigen Kreisstadt sollen maßgeblich die Verwüstungen durch die Soldaten des Darmstädter Landgrafen Ludwig IX beigetragen haben. Andere Quellen berichten davon, dass spätestens die Verbreitung der Reblaus im 19. Jahrhundert dafür gesorgt hat, den hiesigen Weinanbau zum Erliegen zu bringen. Aber auch die zunehmende Konkurrenz durch Apfelwein und Bier wird als ein weiterer Grund für diese Entwicklung angegeben.
Die Tradition des Weinbaus wurde dann erst wieder Mitte des 20. Jahrhunderts neu belebt. Im Jahr 1964 wurden mit Unterstützung von Fachleuten der Hessischen Weinbauschule Eltville die ersten 180 Rebstöcke auf dem Wingertsberg angepflanzt. Inzwischen stehen auf der Südseite rund 400 Weinreben der Sorte „Grauer Burgunder“, aus deren Beeren je nach Saison jährlich etwa 150 Liter Wein gekeltert werden. Obwohl Dietzenbach aus geografischer Sicht nicht mehr zum Odenwald zählt, gehört der Weinberg dennoch zum Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße. Der Weinberg ist übrigens die kleinste Weinlage Deutschlands.
Dietzenbach in vor- und frühgeschichtlicher Zeit
(dargestellt durch aus der Erde ragende überdimensionierte ”Urnen” und schwere Steinplatten)
Bereits in prähistorischer Zeit war das Gebiet der Dietzenbacher Gemarkung von Menschen besiedelt. Im Jahre 1990 konnte durch archäologische Grabungen im Bereich des neuen Stadtzentrums eine etwa 8.000 Jahre alte Siedlung aus der Jungsteinzeit nachgewiesen werden. Seither dürfte die Dietzenbacher Gemarkung durchgängig besiedelt gewesen sein, wie zahlreiche Funde aus der Bronzezeit (Urnenfelderkultur), Eisenzeit (La-Tène) und der Römerzeit belegen.
Hier an der ”Russenhütte” wurde eine große Zahl von Brandgräbern aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (ca. 1.000 v. Chr.) ausgegraben. Die damaligen Bewohner bestatteten die Asche ihrer Toten in tönernen Urnen und überdeckten sie mit schweren Steinplatten.