Schäfergasse & Schäfereck (10-12)

Schäfergasse

Große Bereiche der Schäfergasse (10) stehen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Hier ist das dörfliche Straßenbild innerhalb des alten Ortskerns noch am besten erhalten, und die Grundstücke weisen großenteils noch die frühere Aufteilung der Hofreiten auf. Die giebelständigen zweigeschossigen Fachwerkhäuser nehmen an der Straßenfront etwa die halbe Grundstücksbreite ein, mit dazwischen liegenden Hoftoren. Am Ende der Hofparzellen wurden quer über die gesamte Grundstücksbreite die Scheunen und Stallungen errichtet, so dass sie ursprünglich nach Osten hin einen geschlossenen Ortsrand bildeten.

Die ältesten noch erhaltenen Gebäude (11) stehen im Stichweg Schäfereck (Darmstädter Straße 36 – 44). Wie neuere ”dendrochronologische” Untersuchungen der Holzbalken ergeben haben, stammen die Kernbauten dieser Häuser aus den Jahren 1662 bis 1667.

Schäfereck

Ein Teil der Häusergruppe musste wegen der schlechten Bausubstanz niedergelegt werden. Der übrige Teil konnte nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten gerettet werden. Die alte Bausubstanz konnte gemeinsam mit der zur heutigen Weinstube ausgebauten früheren „Eisdortel“, Schäfereck in eine Gruppe von neuen Stadthäusern mit Tiefgarage integriert werden. So ergeben sich immer wieder Verbindungen Alt zu Neu. Das Schäfereck war das erste jüdische Wohnhaus in Dietzenbach, daher früher auch „Judeneck“ genannt.

Um 1740 wurde der alte Ortskern durchbrochen und auch außerhalb des Wallgrabens gebaut. Zu den ältesten Dietzenbacher Gebäuden zählt das liebevoll restaurierte Fachwerkhaus „Wolf’sches Haus“ (12) in der Bahnhofstraße 15, das im Jahre 1739 erbaut wurde und schon jenseits der ursprünglichen Befestigungsanlagen steht.