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Weitere Entsiegelungen und Grünpflanzungen starten

Mehr Grün in die Stadt bringen und das Klima verbessern

Dietzenbach setzt seinen Weg zu mehr Stadtgrün, besserem Klimaschutz und einer klimaresilienten Schwammstadt konsequent fort. Nach den bereits erfolgten Entsiegelungsmaßnahmen am Kreisel Offenbacher Straße/Rodgaustraße starten im August 2026 die nächsten Projekte. Über mehrere Monate werden nacheinander an fünf Standorten im Stadtgebiet versiegelte Flächen zurückgebaut, Baumscheiben vergrößert und neue Grünflächen geschaffen.

Die Maßnahmen, die über ein Bundesförderprogramm mit rund 800.000 Euro finanziert werden, erfolgen am Steinberg-Kreisel (Offenbacher Straße/Theodor-Heuss-Ring) sowie entlang des Theodor-Heuss-Rings, in der Kirchbornstraße, an der Lindenstraße sowie im Stadtpark. Insgesamt sollen mehrere hundert Quadratmeter versiegelter Flächen entsiegelt, zusätzliche Bäume gepflanzt und bestehende Grünstrukturen langfristig gestärkt werden.

Mehr Platz für Bäume und kühlere Stadträume

Die Arbeiten werden im August 2026 am Steinberg-Kreisel beginnen. Dort werden die betonierte Innenfläche sowie befestigte Bereiche im äußeren Kreuzungsbereich aufgebrochen und entsiegelt. Auf rund 470 Quadratmetern entstehen neue Pflanzflächen mit insgesamt 17 Bäumen sowie Einzel- und Kleinsträuchern. Rund um die Statue der Ratte Ludwig werden zudem pflegeleichte Stauden gepflanzt.

Die Maßnahme hat an dieser Stelle einen wichtigen klimatischen Hintergrund: Die Offenbacher Straße zählt zu den Bereichen, die sich aufgrund dichter Bebauung und hoher Verkehrsbelastung besonders stark aufheizen. Durch zusätzliche Vegetation und entsiegelte Böden kann künftig mehr Regenwasser versickern und vor Ort genutzt werden. Gleichzeitig sollen Bäume und Grünflächen durch Verdunstung und Beschattung für eine spürbare Abkühlung des Umfelds sorgen.

„Entsiegelte Flächen sind ein wichtiger Baustein für den natürlichen Klimaschutz in Städten. Jeder Quadratmeter, auf dem Regenwasser versickern kann und Pflanzen wachsen, trägt in unserer Stadt dazu bei, Hitze zu reduzieren, zudem die Artenvielfalt zu stärken und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu verbessern“, erklärt Dietzenbachs Bürgermeister Dr. Dieter Lang.

Größere Baumscheiben am Theodor-Heuss-Ring

Ab der Einfahrt in den Theodor-Heuss-Ring bis zur Höhe des Containerdepots sollen in einer weiteren Maßnahme die Baumscheiben deutlich vergrößert werden. Dazu werden Beton sowie Teile des Gehwegs aufgebrochen und der Boden zunächst wurzelschonend mit einem Saugbagger entfernt. Anschließend wird spezielles überbaubares Baumsubstrat eingebracht. Ergänzend erfolgt die Pflanzung von Rasenflächen und Kleinsträuchern.

„Die Bäume haben dort viel zu wenig Wurzelraum, sind teilweise deshalb schon sehr geschädigt oder sterben im schlimmsten Fall ab. Um die Natur und das Grün zu erhalten und das Klima in diesem Gebiet nachhaltig zu verbessern, werden wir auf beiden Straßenseiten für die vergrößerten Pflanzflächen sorgen“, erläutert Stefan Rogge, Bereichsleiter Grünflächen der Städtischen Betriebe Dietzenbach.

Insgesamt werden durch diese Maßnahme rund 600 Quadratmeter Betonpflaster im Theodor-Heuss-Ring zurückgebaut. Sehr breite Gehwege werden punktuell verschmälert, damit den wurzelnden Bäumen und Pflanzen künftig mehr Raum zur Verfügung steht.

Aufwertung weiterer Standorte

Auch in der Lindenstraße an der Einmündung zur Tulpenstraße wird eine bestehende Verkehrsinsel umgestaltet. Die Fläche soll zum großen Teil entsiegelt, der Wurzelraum auf rund 15 Kubikmeter vergrößert und mit zwei neuen Bäumen sowie Sträuchern bepflanzt werden.

In der Kirchbornstraße werden die Pflanzbereiche von zwölf bestehenden Straßenbäumen erweitert. Ziel ist es, den wertvollen Baumbestand langfristig zu sichern und den Bäumen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. Gleichzeitig wird auch dort das Prinzip der Schwammstadt umgesetzt: Künftig soll Regenwasser von der Straße über abgesenkte Einfassungen direkt in die Pflanzinseln geleitet werden. So steht es den Bäumen direkt zur Verfügung, statt unmittelbar über die Kanalisation abgeführt zu werden.

Mehr Biodiversität im Stadtpark

Im Stadtpark entsteht über das Förderprogramm zusätzlich ein neuer Bereich für mehr biologische Vielfalt. Geplant sind unter anderem ein Sandarium, Holzstämme und Totholzstrukturen für Wildbienen und andere Insekten, Bienenhotels, Kräuter- und Wildstaudenbeete sowie eine Wiesenansaat. Ergänzt wird diese Fläche durch zwei weitere Bäume.

Auch dort spielt der Umgang mit Regenwasser eine wichtige Rolle: In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Dietzenbach wird geprüft, wie die angrenzenden Parkflächen so umgestaltet werden können, dass Niederschlagswasser direkt in die Grünanlagen fließt. „Das wertvolle Regenwasser soll von den Parkplätzen nicht zurück auf die Straße, sondern in die Grünflächen des Stadtparks laufen“, erklärt Rogge. „So werden die Kanäle entlastet und gleichzeitig die Natur versorgt.“

Fördermittel in Höhe von rund 800.000 Euro

Die genannten Maßnahmen werden über das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ des Bundesumweltministeriums gefördert, die Abwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Kfw Bankengruppe. Die Kreisstadt Dietzenbach und die Städtischen Betriebe Dietzenbach hatten sich erfolgreich um die Förderung beworben. Das geförderte Gesamtvolumen für die innerstädtischen Maßnahmen beträgt rund 800.000 Euro.

Mit der Umsetzung wurde die Bruchköbeler Firma Odenwäller beauftragt. Sie übernimmt ab August neben den Bau- und Pflanzarbeiten auch die Pflege und gegebenenfalls erforderliche Nachpflanzungen für einen Zeitraum von zwei Jahren.

„Wir freuen uns, dass die Maßnahmen in unserer Stadt für eine bessere Lebensqualität, ein angenehmeres Stadtklima und mehr Grün nun weitergehen“, sagt Bürgermeister Lang. „Mit jeder Entsiegelung schaffen wir Flächen, die Wasser aufnehmen, Hitze abmildern und Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten. Das ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt als auch in die Lebensqualität der Einwohner und kommender Generationen.“

Der zusätzliche Pflegeaufwand wird nach Angaben der Städtischen Betriebe nicht steigen. „Wo vorher auf den gepflasterten Flächen die Kehrmaschinen im Einsatz waren, wird künftig zum Rasenmäher gegriffen“, so Rogge.

Größere Verkehrseinschränkungen sind durch die Maßnahmen voraussichtlich nicht zu erwarten. Lediglich punktuelle Einengungen von Straßenbreiten können erforderlich sein, um die Arbeiten sicher durchführen zu können.

Persönlicher Einsatz für mehr Grün in der Stadt

Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren und beispielsweise eine neu angelegte Baumscheibe oder ein Pflanzbeet pflegen möchten, können sich unter www.dietzenbach.de/pflanzpatenschaft über die Möglichkeiten einer Pflanzpatenschaft informieren und anmelden.

Infos zu städtebaulichen Maßnahmen zur Klimaanpassung in Dietzenbach: www.dietzenbach.de/mehr-grün