Gute Beleuchtung – über 80 Prozent weniger Stromverbrauch
Smart-City-Modellprojekt zahlt sich für Dietzenbach aus
Die Kreisstadt Dietzenbach setzt im Rahmen ihres Smart-City-Modellprojekts konsequent auf Digitalisierung und energieeffiziente Infrastruktur. So hat die Kreisstadt bereits in ausgewählten Gebieten eine moderne, bedarfsgerechte Straßenbeleuchtung erhalten – und die spart schon im ersten Betriebsjahr über 80 Prozent der städtischen Energiekosten ein. „Dank intelligenter Technik wird richtig Geld gespart, und damit gewinnen wir mehr finanziellen Spielraum für unsere eigentlichen kommunalen Aufgaben“, sagt Bürgermeister Dr. Dieter Lang. So kommen moderne Technik, eine verbesserte Infrastruktur und eine dauerhafte Kostensenkung letztlich der gesamten Stadtgemeinschaft und einer leistungsfähigen Kommune zu Gute.
„Die intelligente Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Dietzenbach ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie kommunale Innovation aussehen sollte“, so Dr. Karsten McGovern, Geschäftsführer der LandesEnergieAgentur LEA Hessen. Er erläutert weiter: „Moderne LED-Technik und eine bedarfsgerechte, digitale Steuerung sorgen für eine sichere und hochwertige öffentliche Beleuchtung, senken gleichzeitig den Energieverbrauch und entlasten den städtischen Haushalt Jahr für Jahr spürbar. Das dadurch eingesparte Geld steht der Stadt für ihre eigentlichen Aufgaben und für weitere Investitionen in die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Diese Verbindung aus guter Infrastruktur, wirtschaftlicher Vernunft und wirksamem Klimaschutz macht das Projekt zu einem Vorbild für viele andere Kommunen.“
Intelligente Straßenbeleuchtung: Moderne Technik spart Geld
Ende 2024 sind im Rahmen des Modellprojekts „Smarte Infrastruktur LED-Straßenbeleuchtung“ insgesamt 440 Bestandsleuchten im Stadtgebiet auf moderne LED-Technologie umgerüstet und in ein digitales Lichtmanagementsystem integriert worden. Ergänzend dazu wurden in ausgewählten Straßenzügen intelligente Steuerungsmechanismen implementiert, die die Beleuchtung dem Verkehrsaufkommen dynamisch anpassen.
Der erste Gesamtjahresbericht belegt positive Ergebnisse: So wurde im Beobachtungszeitraum von Januar 2025 bis Januar 2026 eine Stromeinsparung von insgesamt rund 320.000 kWh erzielt. Dies entspricht laut Bürgermeister Dr. Dieter Lang einer finanziellen Entlastung des städtischen Haushalts von rund 96.000 Euro. Gleichzeitig konnte der CO2-Ausstoß um rund 121 Tonnen pro Jahr reduziert werden. „Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial intelligenter Lichtsteuerungssysteme für Kommunen – sowohl ökologisch als auch ökonomisch“, sagt Lang. Er ergänzt: „Dietzenbach ist derzeit die einzige Demonstrationskommune in Hessen, die ein solches System im Echtbetrieb einsetzt. Mit den bisherigen Erfolgen des Projekts setzen wir ein Zeichen für zukunftsorientierte Kommunalentwicklung in Hessen.“ So hat jüngst auch der Hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori beim Wärmewendeforum am 2. Juni 2026 Dietzenbach als „Energievorreiterstadt“ bezeichnet.
Positiver Ausblick: Projekt läuft weiter
In der Kreisstadt Dietzenbach wird das Modellprojekt auch bis ins Jahr 2027 fortgesetzt: Optimierungen durch Datenanalysen, hybride Steuerungskonzepte und die Integration zusätzlicher Datenquellen sowie der Austausch von weiteren 3.200 Straßenleuchten auf intelligent-steuerbare LED-Technik sind geplant. Sichergestellt und gefördert wird dies unter anderem mit rund 900.000 Euro, die bereits per Zuwendungsbescheid über die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums erteilt worden sind.
Die Ergebnisse im Detail: Jahresbericht des Smart-City-Modellprojekts
Im Rahmen der kommunalen Energieeffizienzstrategie hat die Stadt Dietzenbach im Jahr 2024 mit dem Modellprojekt „Smarte Infrastruktur Straßenbeleuchtung“ die Modernisierung ihrer öffentlichen Beleuchtungsinfrastruktur begonnen. Ziel des Projekts: den Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung deutlich zu reduzieren, die Lichtemissionen bedarfsgerecht zu steuern und gleichzeitig eine technologische Grundlage für zukünftige Smart-City-Anwendungen zu schaffen.
„Das Modellprojekt ‚Smarte Infrastruktur Straßenbeleuchtung‘ in Dietzenbach belegt ganz klar, wie Digitalisierung und moderne LED-Technologie zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen können. Der aktuelle, erste Jahresbericht belegt herausragende Einsparungen und deutliche Fortschritte bei Energieeffizienz und Klimaschutz“, berichtet Guido Schick, Leiter der Städtischen Betriebe und Geschäftsführer der Stadtwerke Dietzenbach GmbH.
„Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Dietzenbach zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Kombination aus energieeffizienter LED-Technologie und intelligenter Steuerung liegt“, bestätigt auch Matthias Weis, Geschäftsführer der [ui!] Urban Lighting Innovations GmbH, die das Projekt in Dietzenbach mit betreut und umgesetzt hat.
Über 80 Prozent weniger Energieverbrauch
Verbunden ist die Umstellung auf energieeffiziente LED-Technologie mit großen Energie- und finanziellen Einsparungen für die Stadt: So konnte bereits im ersten Betriebsjahr eine deutliche Reduktion des Stromverbrauchs erzielt werden – die Einsparung liegt über den gesamten Zeitraum hinweg stabil bei 84 Prozent. Der vorige, jährliche Energieverbrauch der 440 Straßenleuchten von 381.884 kWh wurde gesenkt auf 63.751 kWh. Hiermit entsteht eine Stromeinsparung von 318.133 kWh pro Jahr – und das entspricht einer finanziellen Entlastung des städtischen Haushalts von rund 96.000 Euro.
121 Tonnen weniger CO₂ jährlich
Neben der Reduktion des Energieverbrauchs führt die Modernisierung der Straßenbeleuchtung auch zu einer deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen: „Unter Annahme eines durchschnittlichen Emissionsfaktors des deutschen Strom-Mixes von 0,38 kg CO2 pro kWh ergibt sich in Bezug auf die Stromeinsparung von rund 320.000 kWh eine jährliche Reduktion von rund 121 Tonnen CO2 in Dietzenbach“, berichtet Matthias Weis.
Intelligente Steuerung sorgt für zusätzliche Effizienz
Neben der LED-Umrüstung der Leuchten wurde im Modellprojekt in bestimmten Stadtbereichen ein cloudbasiertes, intelligentes Steuerungssystem eingeführt. Dieses passt die Beleuchtung flexibel an tatsächliche Bedürfnisse an: Bei der bewegungsadaptiven Steuerung werden in der Waldstraße sowie am Radweg entlang der Vélizystraße/B459 mehrere Multisensoren eingesetzt, die Bewegungen von Fußgängern, Radfahrern oder Fahrzeugen erkennen und die Beleuchtungsleistung entsprechend steuern: So herrscht im Normalbetrieb ein abgesenktes Grundniveau, und die Beleuchtung wird erst bei erkannter Bewegung temporär auf die volle Leistung erhöht. Mit dieser Steuerung hat sich im Gesamtjahr 2025 eine weitere Energieeinsparung von 2.090 kWh ergeben, das entspricht bis zu 39 Prozent innerhalb der gesteuerten Bereiche.
Innovativ: Verkehrsabhängige Beleuchtung
In der Vélizystraße/B459 wurde in einem weiteren Abschnitt noch eine zusätzliche Form der intelligenten Lichtsteuerung implementiert. „Im Gegensatz zur bewegungsadaptiven Steuerung basiert dieses System auf einer verkehrsabhängigen Regelung der Beleuchtungsleistung“, erläutert Matthias Weis. Dabei werde die Anzahl der erfassten Fahrzeuge innerhalb eines definierten Zeitfensters kontinuierlich ausgewertet. Unterschreitet das Verkehrsaufkommen einen festgelegten Schwellenwert, wird die Beleuchtungsleistung automatisch auf 80 Prozent der Nennleistung reduziert. Mittels dieser Maßnahme hat sich für das Jahr 2025 eine zusätzliche Einsparung von rund 13 Prozent – insgesamt 609 kWh – ergeben.
Die gesamte Energieeinsparung im Überblick (Januar 2025 bis Januar 2026)
- 318.133 kWh – Einsparung durch LED-Umrüstung
- 2.090 kWh – Einsparung durch adaptive Steuerung (Radweg und Waldstraße)
- 609 kWh – Einsparung durch verkehrsabhängige Steuerung
Positives Fazit auf dem Weg zur Smart City
Neben der reinen Energieeinsparung ermöglichen die eingesetzten Steuerungssysteme auch eine bedarfsgerechtere Lichtverteilung. Damit werden sowohl Lichtemissionen als auch unnötige Betriebszeiten reduziert. „Das Projekt zeigt, wie intelligente Technologien unsere Stadt nachhaltiger, effizienter und lebenswerter machen können. Die erzielten Einsparungen von über 80 Prozent beim Energieverbrauch sind ein großer Erfolg für Dietzenbach und den knappen, städtischen Haushalt. Und sie unterstreichen unsere Rolle als Vorreiterkommune im Bereich Smart City“, betont Bürgermeister Lang. „Die Technik wird in Dietzenbach nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem Instrument für eine leistungsfähige Kommune“, ergänzt Stadtwerke-Geschäftsführer Schick.