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Stadtentwicklung

Informationen zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Dietzenbach - Historie und Rechtshintergrund

Rahmenplanung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme
Rahmenplanung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (beispielhaft)
Rahmenplanung

Die Entwicklungsmaßnahme Dietzenbach mit ihren Zielen der städtebaulichen Strukturverbesserung basiert auf der Verordnung vom 16.1.1973 über die förmliche Festlegung des Städtebaulichen Entwicklungsbereiches durch das Land Hessen.

Sie umfasste in ihren Ursprungszeiten eine Fläche von etwa 760 ha und wirkt sich auf die im Geltungsbereich enthaltenen Privatgrundstücke in verschiedener Weise aus. Mit Landesverordnung vom 19. September 2018 wurde die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zum 31.12.2018 beendet.
Die Entscheidung zum Erlass der Rechtsverordnung des Landes Hessen resultierte daraus, dass im Regionalplan für das Gebiet Untermain (Beschluss vom 12.7.1968) Dietzenbach als raumordnerischer Siedlungsschwerpunkt der Region vorgesehen wurde. Siedlungsschwerpunkte sind Gemeinden, in denen aus siedlungsstrukturellen Gründen schwerpunktmäßig neue urban geprägte Siedlungseinheiten einschließlich zugehörigen Einrichtungen der Daseingrundvorsorge städtebaulich entwickelt werden sollen. 

Dietzenbach war noch im Jahr 1946 und mit einer Einwohnerzahl von ca. 3.760 Einwohnern ein vornehmlich landwirtschaftlich ausgerichtetes Dorf gewesen, welches sich langsam auf 10.000 Einwohner im Jahr 1966 entwickelt hatte. Der Planentwurf der Regionalplanung sah nun zu Beginn der 70 er Jahre vor, dass die Stadt Dietzenbach auf der Grundlage eines qualifizierten städtebaulichen Konzeptes auf 60.000 Einwohner anwachsen soll (Einwohnerzahl heute: ca. 35.000 EW). Dietzenbach wurde zum „regionalplanerischen Siedlungsschwerpunkt“ erklärt.

Die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme diente dazu, eine fundierte städtebauliche Planung zur anstehenden Konzentration von Wohn- und Gewerbestandorten und der angestrebten Verdichtung des Stadtgebietes sowie damit einhergehenden Bebauungsstrukturen bereit zu stellen und in die Realisierung zu führen. Es galt, den Stadterweiterungsprozess und die Entwicklung der zahlreichen neuen Baugebiete mit all ihren begleitenden Raumansprüchen (z.B. Gemeinbedarfs-, Erschließungs-, Wohnfolge-, Versorgungsanlagen sowie Nacherholungsansprüchen) auf kommunaler Ebene und in planerisch strukturierter Weise zu steuern und zu begleiten. Die städtebaulichen Planungsziele und –zwecke wurden in einzelnen sachlichen Teilbereichen (Grünraumplanungen, Gemeinbedarfs-, Versorgungs- und Verkehrsplanungen) zunehmend konkretisiert. Ein Basiswerk von Bebauungsplänen mit Grünordnung ging als Grundlage der konzeptionellen Stadtentwicklung hieraus hervor und gibt auch heute noch das Planungsrecht für die räumliche Entwicklung der Gemarkungsflächen vor. 

Heutiger Stand der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Dietzenbach

Neues Baugebiet angrenzend am Bestand
Das Baugebiet 70 der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme grenzt im Norden an den Johannes-Dressler-Weg an. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich Waldorf- und Montessori-Schule.
Neues Baugebiet angrenzend am Bestand

Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme hat einen Stand erreicht, in dem viele an sie gestellte Anforderungen erfüllt wurden.

Nach reger Bautätigkeit in den 80er und 90er Jahren konnten erhebliche städtebauliche Strukturverbesserungen erreicht werden. Zu nennen wären: der Anschluss der Stadt an das Netz des Nahschnellverkehrs im Regionalbereich Rhein-Main, die Planung/Erschließung/Baurechtsschaffung und Realisierung neuer Wohn- und Gewerbestandorte sowie zugehöriger infrastruktureller Einrichtungen (Schulen, Spielplätze, Alteneinrichtungen, Sportanlagen, sonstige Gemeinschafts- und Verwaltungseinrichtungen etc.). Das Entwicklungsband entlang des Schnellbahnnetzes des regionalen Verkehrsverbundes konnte durch neue urbane Baubereiche ergänzt und das Stadtzentrum zwischen altem Ortskern und Stadtteil Steinberg in hoher Grünraumqualität (innerstädtische Grünachse) städtebaulich geordnet und weitgehend fertig gestellt werden. Jene das Stadtzentrum umgebende Bereiche, welche noch im Flächennutzungsplan 1966 als Landwirtschaftsfläche dargestellt waren, präsentieren sich nun als ansprechende Wohnbauquartiere der Stadt.

Einhergehend mit dem Bevölkerungswachstum erfolgte die Zunahme und Verdichtung von Arbeitsplätzen in Dietzenbach. Die Gewerbegebietsflächen der Entwicklungsmaßnahme östlich der S-Bahn-Trasse wurden nach tiefbautechnischer Erschließung und Schaffung von bauplanungs- und ordnungsrechtlicher Grundlagen realisiert. Wenn auch nicht auf 60.000 Einwohner, so ist die Stadt Dietzenbach von im Jahre 1969 12.000 Einwohnern auf heute mittlerweile ca. 35.000 Einwohner angewachsen. 

Sicherlich konnte nicht die Gesamtheit aller Ziele, die aus der Regionalplanung des Jahres 1968 bzw. der Rechtsverordnung zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme aus dem Jahr 1973 resultieren, umgesetzt werden. Ein Anwachsen der Bevölkerungszahl auf 60.000 Einwohner wurde nicht erreicht und die Zielsetzung ist aus heutiger Perspektive sicherlich diskussionswürdig. Einige Planungsabsichten haben sich im Verlauf der Zeit geändert und sind neueren städtebaulichen Planungsüberlegungen gewichen. 

Die wesentlichen Projekte der Entwicklungsmaßnahme in den letzten Jahren betrafen die bauliche, verkehrliche sowie grünordnerische Planung und Entwicklung des Stadtzentrums Dietzenbach (Bereich zwischen S-Bahn-Haltepunkt Mitte und Stadtpark /DRK-Heim), sowie neue Wohnbaugebietsausweisungen in den Baugebieten westlich der Offenbacher Straße (Entwicklung Wohnbaugebiet 70, Geschoßwohnungsbauprojekt der Fa. Bonava, Seniorenresidenz der Fa. Lindhorst, Geschosswohnungen der Fa. Bücher) – begleitet durch schulische bzw. pädagogische Infrastruktureinrichtungen wie Montessori-Schule oder Kinder- und Jugendfarm sowie Tagesklinik für Kinder und Jugendliche.

Genehmigungsvorbehalte im Städtebaulichen Entwicklungsbereich

Paragraphen
Paragraphen
Alles was Recht ist

Durch die Entwicklungsmaßnahme ausgelöste Genehmigungsvorbehalte wie z. B. Genehmigungen nach §§ 144/169 BauGB bestehen nicht mehr.

Die Entwicklungsmaßnahme wurde auf der Grundlage der Landesverordnung vom 19. September 2018 „Verordnung zur Aufhebung der Verordnung über die förmliche Festlegung eines städtebaulichen Entwicklungsbereiches in der Stadt Dietzenbach“ zum 31.12.2018 beendet (siehe Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen vom 15.10.2018, Nr. 23, Seite 627).

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